100 und 110 m Hürden - Regeln und Fakten

Drei Schritte, eine Hürde

Beim Hürdensprint über 110 m bei den Männern und 100 m bei den Frauen geht es darum, die perfekte Koordination von Schrittlänge und Schrittfrequenz zu finden. Nur so kommen die Athleten rhythmisch und mit geringem Geschwindigkeitsverlust über die Hürden. Das Männer-Rennen geht über zehn Hindernisse von je 1,067 m Höhe, die im Abstand von 9,14 m aufgestellt sind. Der Anlauf vom Block bis zur ersten Hürde beträgt 13,72 m, der Auslauf von der letzten Hürde bis zum Ziel 14,02 m. Bei den Frauen sind die Hürden 84 cm hoch und im Abstand von 8,50 m aufgebaut. Bis zur ersten Hürde sind 13 m zu absolvieren, bis zum Ziel weitere 10,50 m.

Drei-Schritt-Rhythmus setzt sich durch

Eleganz und Kraft in perfekter Harmonie - die 110 m Hürden verlangen ein athletisches Komplettpaket © pictures-alliance/dpa Fotograf: STEPHANE KEMPINAIRE
große Bildversion anzeigen Ein Komplettpaket: Eleganz, Kraft und Speed in perfekter Harmonie.

Die Hürdenläufer sind einen langen Weg von einer eher grobmotorischen zur Filigran-Technik gegangen. Um 1830 standen bei den Anfängen des Hürdensprints in England noch schwere Holz-Hindernisse auf der Bahn - wie bei den Hindernisrennen zu Pferde, wo der Hürdenlauf seine Wurzeln hat. Den auch heute noch üblichen Drei-Schritt-Rhythmus führte der US-Amerikaner Alvin Kraenzlein bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris ein. Zuvor hatten die Athleten die Hindernisse mehr oder minder geschickt übersprungen.

Zeitverlust bei Hürdenberührung

Ab 1935 wurden die L-förmigen Hürden mit Gegengewicht am Fußende verwendet, die ab einer bestimmten Berührungsintensität umfallen konnten. Athleten, die mehr als drei Hürden umgelaufen hatten, wurden disqualifiziert. Diese strengen Regeln gelten heute nicht mehr. Allerdings ist es gängige Meinung, dass jedes Touchieren der Hürde nur unnötig Zeit kostet und zusätzliches Sturzrisiko birgt.

Klassiker im Programm

100-m-Hürden-Europameisterin Susanna Kallur (Schweden) © picture-alliance/ dpa Fotograf: Empics Joe Giddens
große Bildversion anzeigen 2006 perfekt im Überlaufen der Hürden: Europameisterin Susanna Kallur (Schweden).

Die kurze Hürden-Strecke der Männer ist seit 1896 Teil des olympischen Programms. Die lange Entwicklungsphase des Hürdenlaufs bei den Männern kommt auch den Frauen zugute: Als 1926 die ersten Rennen weiblicher Teilnehmer über die 80-m-Distanz stattfanden, war der Drei-Schritt-Rhythmus schon ein Vierteljahrhundert Stand der Technik. Der 80-m-Hürdenlauf der Frauen ist seit 1932 olympisch. Zunächst waren die Hindernisse 76,2 cm hoch, der Abstand betrug acht Meter. Seit 1969 gibt es den Hürdensprint der Frauen über 100 m bei 84 cm Hürdenhöhe. Karin Balzer (Leipzig) holte in Athen den ersten EM-Titel über die verlängerte Distanz.

Titelverteidiger

Männer:
Stanislav Olijar (LAT)
13,24 Sek.
Frauen:
Susanna Kallur (SWE)
12,59 Sek.

Termine und Teilnehmer
Frauen - 100 m Hürden
Datum Zeit Runde
Fr, 30.07. 10:00 Uhr 1. Runde
Sa, 31.07. 19:05 Uhr Halbfinale
Sa, 31.07. 20:25 Uhr Finale
[Kompletter Zeitplan]
Termine und Teilnehmer
Männer - 110 m Hürden
Datum Zeit Runde
Do, 29.07. 10:45 Uhr 1. Runde
Fr, 30.07. 18:35 Uhr Halbfinale
Fr, 30.07. 19:50 Uhr Finale
[Kompletter Zeitplan]

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW