Hammerwerfen - Regeln und Fakten

Kraftpakete im Ring

Ihre Anspannung brüllen sie mit einem "Urschrei" hinaus - und sie haben allen Anlass dazu: Fliehkräfte von bis zu sieben Zentnern muss ein 80-m-Hammerwerfer aushalten. Fliegengewichte haben bei der wohl kraftintensivsten Disziplin der Leichtathleten deshalb keine Chance.

Vom Schmiedehammer zum modernen Wurfgerät

Stahlgestell mit Wettkampf-Hämmern © Picture Alliance/dpa
große Bildversion anzeigen Ordentlich aufgereiht: Wettkampf-Hämmer auf Stahlgestell.

Ursprünglich warfen Iren und Schotten ein Kriegswagenrad mit einer festen Achse. Im Mittelalter dienten Schmiedehämmer mit Holzstiel als Wurfgerät - wie heute noch bei den schottischen Highland-Games. 1866 begann bei den englischen Meisterschaften die Epoche des neuzeitlichen Hammerwurfs. Bei beliebigem Anlauf, meist sogar aus dem Stand, schleuderten die Wettkämpfer einen starren Hammer mit Holzgriff und gusseiserner Kugel - ab 1878 aus einem Kreis mit einem Durchmesser von 2,135 m. Seit 1887 besteht der 7,26 kg (Frauen: 4 kg) schwere Hammer aus einem Stahlhandgriff, Verbindungsdraht und einem runden Hammerkopf aus Metall. Kleinere Hammerköpfe aus Wolfram statt aus Eisen und höhere Rotationsgeschwindigkeiten auf glatten Beton-Ringen sorgen seit den 50er Jahren für mehr Durchschlagskraft.

Beschleunigung auf etwa 100 km/h

Titelverteidigerin Betty Heidler (Frankfurt) holt WM-Silber in Berlin © picture-alliance/dpa Fotograf: Bernd Thissen
große Bildversion anzeigen Hinter Gittern: Ein Netz schützt Zuschauer und Offizielle vor dem Hammer.

Beim Wurf rotiert der Athlet auf Hacken und Ballen drei- oder viermal im Ring um die eigene Körperachse und beschleunigt so das Gerät bis zum Abwurf auf etwa 100 km pro Stunde. Wie beim Diskuswerfen ist der Wurfring von einem Schutzgitter mit Fangnetzen umgeben. Die Wettkämpfer haben drei Versuche, die sie jeweils 60 Sekunden nach Aufruf beginnen müssen. Die besten Acht qualifizieren sich für den Endkampf, in dem ihnen weitere drei Versuche zur Verfügung stehen. Ungültig sind Würfe, die außerhalb des Sektors (oder im Netz) landen oder bei denen die Athleten übertreten. Dagegen ist es kein Fehlversuch, wenn der Hammerkopf beim Schwungholen oder bei der Drehung den Boden oder die Oberseite des Kreisrings berührt. Der Wettkämpfer kann den Versuch abbrechen und ihn neu beginnen - vorausgesetzt, es liegt kein anderer Regelverstoß vor.

Titelverteidiger

Männer:
Iwan Tichon (BLR)
81,11 m
Frauen:
Tatjana Lysenko (RUS)
76,67 m

Termine und Teilnehmer
Frauen - Hammerwurf
Datum Zeit Runde
Mi, 28.07. 10:10 Uhr QualifikationA
Mi, 28.07. 12:00 Uhr QualifikationB
Fr, 30.07. 20:20 Uhr Finale
Männer - Hammerwurf
Datum Zeit Runde
Di, 27.07. 09:30 Uhr QualifikationA
Di, 27.07. 11:05 Uhr QualifikationB
Mi, 28.07. 20:25 Uhr Finale
[Kompletter Zeitplan]

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