Kugelstoßen - Regeln und Fakten

Alte Regeln, verbesserte Technik

Die Männerkugel wiegt 7,26 kg, die der Frauen 4 kg. © picture-alliance/ dpa Fotograf: Robert Ghement
große Bildversion anzeigen Waffe und Sportgerät - im 17. Jahrhundert noch ein- und dasselbe.

Rund, glatt und schwer - so muss die Kugel sein. Seit 1906 sind auch die Regeln in einer der ältesten olympischen Disziplinen der Leichtathletik nahezu unverändert. Die Wettkämpfer müssen die Kugel, die heute aus Eisen, Messing oder Stahl besteht, mit einer Hand von der Schulter aus in den Wurfsektor stoßen, ohne überzutreten. Der Stoßring (bis Ende 1890 ein Quadrat) hat einen Durchmesser von 2,13 m. Die Männerkugel wiegt 7,26 kg bei einem Durchmesser von 110 bis 130 mm, die der Frauen 4 kg, der Durchmesser beträgt 95 bis 110 mm.

O'Brien präsentiert die Angleit-Technik

Leichtathletik-WM 2009 in Berlin: Ralf Bartels aus Deutschland gewinnt Bronze im Kugelstoßen © picture-alliance/dpa Fotograf: Kay Nietfeld
große Bildversion anzeigen Maximaler Schub: Die Geschwindigkeit der Kugel entscheidet über die Weite.

Verändert hat sich allerdings die Technik der Athleten. Der US-Amerikaner Parry O'Brien präsentierte 1951 die nach ihm benannte Angleit-Technik. Dabei steht der Athlet zunächst mit dem Rücken zum Sektor und erzeugt mittels einer halben Körperdrehung mehr Schwung als bei der vorangegangenen Schritt-Technik. O'Brien schaffte so Weiten von mehr als 19 m und blieb in 116 Wettkämpfen in Folge ohne Niederlage. Als noch effektiver erwies sich die Drehstoß-Technik von Alexander Baryschnikow. Mit der ganzen Drehung im Ring - ähnlich der eines Diskuswerfers - kam der Russe auf 22 m. Dennoch blieben viele Athleten bei der "O'Brien-Technik". Der wiederholt des Dopings überführte US-Amerikaner Randy Barnes, der 1990 den bis heute gültigen Weltrekord von 23,12 m aufstellte, entwickelte Baryschnikows Drehstoß-Technik weiter. Die zwischenzeitig ausprobierte Radschlagtechnik ist nicht erlaubt.

Soldaten werfen Kanonenkugeln

Leichtathletik-WM 2009 in Berlin: Nadine Kleinert aus Deutschland gewinnt Silber im Kugelstoßen © picture-alliance/ dpa Fotograf: Rainer Jensen
große Bildversion anzeigen Grund zum Jubeln: Die deutschen Kugelstoßer gehören zur Weltspitze.

Ihren Anfang hatte die Disziplin beim Stoßen von schweren Steinen im Mittelalter bei Volksfesten genommen. Angelsächsische Soldaten ersetzten im 17. Jahrhundert die Steine durch Kanonenkugeln. Der Kugelstoß-Wettbewerb der Männer ist seit 1896 olympisch. Die Frauen trugen erstmals 1917 in Frankreich mit der Vier-Kilo-Kugel Wettbewerbe aus, die olympische Premiere folgte 1948.

Die Wettkämpfer haben drei Versuche, die jeweils innerhalb von 60 Sekunden nach dem Aufruf absolviert sein müssen. Die besten Acht bestreiten den Endkampf, in dem sie drei weitere Versuche haben. Die Weite wird von der ersten Aufschlagstelle bis zur Innenkante des Balkens gemessen. Stöße außerhalb des Sektors, der wie beim Diskus- und Hammerwurf ein Winkelmaß von 34,92 Grad aufweist, sind ungültig. Der zehn Zentimeter hohe, aus Holz oder einem anderem Material gefertigte Stoßbalken darf nicht von oben berührt werden - wohl aber von innen. Der Ring muss nach dem Versuch aus der hinteren Hälfte verlassen werden.

Titelverteidiger

Männer:
Ralf Bartels (GER)
21,13 m
Frauen:
Natallia Choroneko (BLR)
19,43 m

Termine und Teilnehmer
Frauen - Kugelstoßen
Datum Zeit Runde
Di, 27.07. 10:30 Uhr QualifikationA
Di, 27.07. 10:30 Uhr QualifikationB
Di, 27.07. 19:35 Uhr Finale
Männer - Kugelstoßen
Datum Zeit Runde
Fr, 30.07. 11:30 Uhr QualifikationA
Fr, 30.07. 11:30 Uhr QualifikationB
Sa, 31.07. 18:30 Uhr Finale
[Kompletter Zeitplan]

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