Aus der einstigen Jagd- und Kampfmethode entwickelte sich bereits in der Antike eine olympische Sportart, wobei unklar ist, ob der Wettkampf als Ziel- oder Weitwurf durchgeführt wurde. Seinerzeit verwandten die Athleten Speere aus massivem Olivenholz, die nur halb so viel wogen wie die 800-Gramm-Speere der Skandinavier im 19. Jahrhundert, als das Wurfgerät zum Symbol der nationalen Unabhängigkeit der Finnen avancierte. In Deutschland entwickelte sich das sportliche Speerwerfen um 1890. Seit 1907 ist der 800-g-Speer nach schwedischem Vorbild das Maß der Dinge. Nur bei den Frauen liegt das Gewicht des Geräts, das aus Aluminium oder Carbon besteht, nicht mehr wie ursprünglich bei 800, sondern bei 600 g. Die Gesamtlänge darf 2,20 m nicht unter- und 2,30 m nicht überschreiten. Bei den Männern beträgt die Gesamtlänge mindestens 2,60 und höchstens 2,70 m.
Schweden und Finnen dominierten die Disziplin in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ersetzten frühere beidhändige Wurftechniken durch einhändige Würfe aus dem Lauf heraus. 1953 gab es eine einschneidende Technik-Änderung: Der US-Amerikaner Franklin "Bud" Held erzielte mit einem von seinem Bruder entwickelten Hohlspeer ("Held-Zigarre") größere Weiten als je zuvor (80,41 m). Durch die um rund ein Viertel vergrößerte Oberfläche und daher bessere Aerodynamik flog das Gerät weiter und landete erstmals fast horizontal. Nach langen Diskussionen sah der Weltverband IAAF den Speer als regelkonform an. Helds ein Jahr später produzierter Metallspeer besaß sogar noch bessere Flugeigenschaften. Zwischenzeitliche Rotationswürfe ähnlich wie beim Diskuswerfen verbot die IAAF jedoch, weil Weiten über 100 m die Kapazitäten der Stadien sprengten.
Als der Potsdamer Uwe Hohn 1984 mit 104,80 m erstmals mit herkömmlicher Wurftechnik die 100-m-Marke übertraf, musste der Weltverband reagieren - die Wettkampfarenen waren für solche Weiten nicht ausgelegt. Daraufhin wurde die Konstruktion der Speere geändert: Ein um vier Zentimeter nach vorn verlagerter Schwerpunkt sowie eine verkleinerte Speeroberfläche sorgten für kürzere Flüge. Positiver Nebeneffekt: Die Speere landen seitdem häufiger mit der Spitze, hinterlassen genauere Abdrücke und dies erleichtert den Kampfrichtern die Weitenmessung. Die offizielle Einführung des Geräts erfolgte am 1. April 1986, am Jahresende folgte der erste offizielle Weltrekord (85,74 m durch Klaus Tafelmeier).
Im Wettkampf haben die Athleten - wie bei allen Wurfdisziplinen - drei Versuche, die besten Acht weitere drei. Der Wurf ist nur gültig, wenn die Spitze des Speers vor den anderen Teilen auf den Boden trifft. Würfe außerhalb des 29-Grad-Sektors, dem Zielkorridor, sind ungültig. Bei Berühren oder Übertreten der Abwurfmarkierung ("Abwurfbogen") oder der Markierungen der vier m breiten Anlaufbahn ist der Versuch ebenfalls ungültig. Die Wettkämpfer dürfen die Anlaufbahn erst nach der Landung des Speers und ausschließlich hinter dem Abwurfbogen verlassen.
Männer:
Andreas Thorkildsen (NOR)
88,78 m
Frauen:
Steffi Nerius (GER)
65,82 m
| Datum | Zeit | Runde |
|---|---|---|
| Di, 27.07. | 19:05 Uhr | QualifikationA |
| Di, 27.07. | 20:30 Uhr | QualifikationB |
| Do, 29.07. | 20:40 Uhr | Finale |
| Datum | Zeit | Runde |
|---|---|---|
| Fr, 30.07. | 10:20 Uhr | QualifikationA |
| Fr, 30.07. | 12:00 Uhr | Qualifikation |
| Sa, 31.07. | 20:05 Uhr | Finale |
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