Von der Weite in die Höhe, vom Klettern zum Drehen, vom Holz zum Glasfiber - der Stabhochsprung hat sich in Technik und Material besonders vielfältig entwickelt. Seine Ursprünge haben mit Sport zunächst nur indirekt zu tun: Die alten Griechen nutzten Stäbe zum Springen über Hindernisse, Gräben und Hecken, und die Germanen sollen mithilfe ihrer Gere (Wurfspieße) auf die Pferde gesprungen sein. Während die Athleten Mitte des 19. Jahrhunderts noch an Eschenholzstäben hochkletterten, führten die Amerikaner 1889 die moderne Technik mit einem Pendelschwung am Stab und einer Drehung des Körpers über der Latte ein.
Im neuen Jahrhundert stand auch neues Material zur Verfügung: Bei den Stäben folgte Bambus auf Hickory-Holz, der Einstichkasten wurde erfunden. 1957 stellte der Amerikaner Robert Gutowski mit einem Aluminium-Stab einen Weltrekord von 4,78 m auf. Mit dem Stahl-Stab - und unter erstmaliger Verwendung von Sprungkissen - kletterte die Bestmarke 1960 auf 4,80 m.
Als der US-Amerikaner George Davies diese Marke 1961 mit einem Glasfiberstab auf 4,83 m hochschraubte, brach eine neue Ära im Stabhochsprung an: Durch seine Flexibilität konnte der Stab viel mehr an horizontaler Anlauf- und Absprungenergie aufnehmen und während des Sprunges als vertikaler Katapulteffekt an den Athleten wieder abgeben als die Vorgängermodelle. Es setzte eine einzigartige Jagd auf Weltrekordhöhen ein, deren protokollarische Halbwertzeit oft nur noch wenige Monate betrug.
Lange Jahre war der Stabhochsprung ausschließlich eine Männerdomäne, obwohl bereits 1911 die ersten Wettbewerbe der Frauen dokumentiert sind. Erstmals international vertreten war der Frauen-Stabhochsprung bei den Hallen-Europameisterschaften 1996 in Stockholm. Olympisch ist er erst seit Sydney 2000.
Nach dem Einstich des Stabes in einen vor der Mattenanlage (Größenempfehlung bei internationalen Wettkämpfen: 6x6 m ohne Vorkissen; 80 cm Höhe) in den Boden eingelassenen Einstichkasten springt der Athlet ab. Der Stab nimmt die Anlaufgeschwindigkeit auf, biegt sich und hebt den Springer mit der Streckung katapultartig in die Höhe. Nun streckt sich auch der Athlet und überquert nach einer Drehung um die Körperlängsachse durch Beugung der Hüfte die Latte mit der Vorderseite. Die Sprunglatte ist 4,50 m lang und wiegt maximal 2,25 kg. Jeder Springer hat drei Versuche über eine selbst gewählte Höhe. Nach einem ersten oder zweiten Fehlversuch hat der Athlet die Möglichkeit, den zweiten oder dritten Versuch über die nächste Höhe zu absolvieren. Innerhalb von 90 Sekunden nach dem Aufruf muss der Teilnehmer seinen Versuch begonnen haben. Bricht bei einem Versuch der Sprungstab, gilt dies nicht als Fehlversuch. Der Wettkämpfer erhält einen Ersatzversuch.
Männer:
Alex Averbukh (ISR)
5,70 m
Frauen:
Jelena Isinbajewa (RUS)
4,80 m
| Datum | Zeit | Runde |
|---|---|---|
| Mi, 28.07. | 10:30 Uhr | QualifikationA |
| Mi, 28.07. | 10:30 Uhr | QualifikationB |
| Fr, 30.07. | 18:30 Uhr | Finale |
| Datum | Zeit | Runde |
|---|---|---|
| Do, 29.07. | 10:15 Uhr | QualifikationA |
| Do, 29.07. | 10:15 Uhr | QualifikationB |
| Sa, 31.07. | 18:00 Uhr | Finale |
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