Vorkämpfe am Freitag

Nytra legt vor - Reif und Co. weiter

Hürdensprinterin Carolin Nytra © dpa - Bildfunk Fotograf: Bernd Thissen
große Bildversion anzeigen Carolin Nytra ist nach ihrem übrzeugenden Vorlauf auf Medaillenkurs.

Hürdensprinterin Carolin Nytra ist ihrem Ziel EM-Medaille einen Schritt näher gekommen. Die Bremerin qualifizierte sich über 100 m Hürden souverän als Zweite ihres Vorlaufs in 12,89 Sekunden für die Vorschlussrunde am Samstagabend (19.05 Uhr). "Es ist ein schönes Gefühl, dass es so gut geklappt hat", freute sich die deutsche Meisterin, die nach der letzten Hürde austrudelte und so "nur" die viertschnellste Zeit aller vier Vorläufe erzielte. "Das war ein Vorlauf, da musste ich noch nicht nach links und rechts gucken", sagte Nytra, die die europäische Jahresbestzeit Anfang Juli auf 12,57 Sekunden geschraubt hatte. Schneller als sie waren im Olympiastadion von Barcelona nur Christina Vukicevic (Norwegen/12,83), Tatyana Dektyareva (Russland/12,86) und Derval O'Rourke (Irland/12,88) unterwegs.

Nadine Hildebrand (Kornwestheim) zog als Dritte ihres Vorlaufs mit 13,25 Sekunden ebenfalls direkt in das Semifinale ein. "Ziel war es, direkt weiterzukommen. Der Start war verbesserungswürdig, aber dafür ist es noch ganz gut gelaufen", sagte Hildebrand. Die Deutsche Vize-Meisterin Cindy Roleder (Leipzig) kam mit 13,19 Sekunden als eine von vier Zeitschnellsten weiter. "Mein Start war verhalten, da muss ich mich im Halbfinale steigern", lautete ihr Resümee.

Friedrich souverän ins Hochsprung-Finale

Hochspringerin Ariane Friedrich © dpa - Bildfunk Fotograf: Rainer Jensen
große Bildversion anzeigen Pflichtaufgabe erfüllt: Ariane Friedrich steht im Hochsprung-Finale.

Auch Hochspringerin Ariane Friedrich unterstrich ihre Medaillen-Ambitionen souverän. Die WM-Dritte von der LG Frankfurt übersprang im Vorkampf 1,90 m sowie die geforderten 1,92 m und zog damit in das Finale am Sonntagabend (19.30 Uhr) ein. "Die Medaillen vom Vortag haben uns viel Kraft für die nächsten Tage gegeben", sagte die Hallen-Europameisterin von 2009. "Ich bin physisch und nun auch psychisch gut drauf. Ich freue mich, am Sonntag endlich angreifen zu können." Dort kommt es für Friedrich erneut zum Duell mit Weltmeisterin Blanka Vlasic. Die Kroatin blieb am Freitag ebenfalls ohne Fehlversuch. Auch Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Tia Hellebaut aus Belgien erreichte den Endkampf, meisterte die 1,92 m allerdings erst im dritten Versuch.

Reif mit starken Nerven

Im Weitsprung-Finale steht Christian Reif - allerdings benötigte der DLV-Athlet starke Nerven. Seinen ersten Versuch in der Qualifikation setzte der 25-Jährige in den Sand - er war ungültig. Mit seinem zweiten Absprung blieb der Fünfte der Hallen-WM mit 7,79 m 21 Zentimeter unter der geforderten Weite fürs Finale. Erst im letzten Versuch erreichte der deutsche Fahnenträger vom ABC Ludwigshafen mit der Einstellung seiner Europa-Jahresbestmarke von 8,27 m den Endkampf am Sonntag (20.10 Uhr).

Siebenkampf: Oeser gut im Rennen

Siebenkämpferin Jennifer Oeser beim Hürdensprint © dpa - Bildfunk Fotograf: Bernd Thissen dpa
große Bildversion anzeigen Jennifer Oeser ist nach vier Disziplinen Gesamtdritte.

Die WM-Zweite Jennifer Oeser greift nach einer Medaille. Sie startete mit einer persönlichen Bestleistung über 100 m Hürden in den Siebenkampf. Die 26 Jahre alte Leverkusenerin lief in 13,37 Sekunden die zweitbeste Zeit aller Teilnehmerinnen. Besser war nur Weltmeisterin Jessica Ennis (Großbritannien) in starken 12,95 Sekunden. "Endlich habe ich die 13,40 geknackt. Und das auch noch ohne mein Glücksschwein, das darf nämlich nicht mit ins Stadion - Sauerei", sagte Oeser, die jedoch im anschließenden Hochsprung mit 1,83 m und einer mäßigen Kugelstoßleistung (13,82 m) zurückfiel. Nach einem starken 200-m-Lauf (24,07 sec.) liegt sie nach Tag eins als Gesamtdritte mit 3.841 Punkten nach vier Disziplinen aber immer noch auf Medaillenkurs. Die Führung behauptete Ennis mit 4.080 Punkten vor Nataliya Dobrynska (Ukraine/3.970) auf Rang zwei. Maren Schwerdtner (3.644) aus Hannover liegt auf Platz acht, die Frankfurterin Claudia Rath (3.579) auf Rang zwölf. "Ich bin mit dem Tag zufrieden. Morgen wird angegriffen", sagte Oeser.

Bartels auf Anhieb im Endkampf

Kugelstoßer Ralf Bartels © dpa - Bildfunk Fotograf: Bernd Thissen
große Bildversion anzeigen Ralf Bartels übertraf die geforderte Weite mühelos.

Gleich mit seinem ersten Stoß machte Kugelstoßer Ralf Bartels den Einzug in das Finale am Samstagabend (18.30 Uhr) perfekt. Der Titelverteidiger qualifizierte sich mit 20,37 m als zweitbester des gesamten Teilnehmerfeldes mühelos. "Das war kein optimaler Stoß, aber für die Qualifikation o.k.", sagte der WM-Dritte, dem "ein Stein vom Herzen fiel". "Das war die Pflicht - jetzt kommt die Kür", meinte der Neubrandenburger mit Blick auf den Endkampf.

Junioren-Weltmeister David Storl (Chemnitz) hätten in Gruppe B 19,74 m zum Auftakt gereicht, doch er ging auf Nummer sicher und erzielte im dritten Versuch mit 20,24 m die insgesamt fünftbeste Weite. "Ich habe mir gestern im letzten Training noch eine Blockade der Halswirbelsäule zugezogen. Deshalb verkrampft die Muskulatur ein bisschen. Aber ich will im Finale unter die besten Acht", sagte Storl. Bartels siegte in Gruppe A vor Polens Olympiasieger Tomasz Majewski (20,36) und dem weißrussischen Jahres-Weltbesten (22,09) Andrej Michnewitsch (20,35). In Gruppe B wurde Storl nur übertroffen von Pawel Lischin (Weißrussland/20,42).

Speerwerfer De Zordo packt's im dritten Versuch

Unterdessen löste auch Speerwerfer Matthias De Zordo das Ticket für den Endkampf am Samstagabend (20.05 Uhr). Der deutsche Meister aus Saarbrücken blieb mit 82,34 m deutlich über der geforderten Qualifikationsweite (81,00). "Ich bin tierisch nervös gewesen. Zum Glück habe ich es im dritten Versuch geschafft, über die Norm zu werfen. Morgen kommt alles auf die Tagesform an", sagte der 22-Jährige, der sich im Finale steigern will: De Zordos persönliche Bestleistung liegt bei 84,38 m.

3.000 m Hindernis: Uliczka als Vierter direkt qualifiziert

Über 3.000 m Hindernis lief der deutsche Meister Steffen Uliczka ins Finale. Durch einen Schlussspurt schob sich der Kieler auf den letzten Metern noch auf Rang vier vor und qualifizierte sich damit in 8:30,61 Minuten direkt für den Endkampf am Sonntag (20.15 Uhr). "Ich wollte mich auf nichts einlassen, sondern Platz vier klarmachen", sagte Uliczka.

Stand: 30.07.2010 21:40
Bildergalerie 
Die britische Siebenkämpferin Jessica Ennis beim Hochsprung © dpa

Barcelona in Bildern - Tag 4

Friedrich dank Sonnenschutz im Finale, Vlasic mit Fingerzeig und bei Jennifer Oeser und Jessica Ennis stimmen Haltung und Punkte: die schönsten EM-Bilder aus Barcelona am Tag vier.[mehr]

Weitere Informationen
Die deutsche Hammerwerferin Betty Heidler ist Europameisterin © dpa Fotograf: Rainer Jensen dpa

Heidler holt drittes DLV-Gold

Betty Heidler gewinnt mit 76,38 m den EM-Titel im Hammerwerfen. (Meldung vom 30.07.2010)[mehr]

Platz zwei - Schlangen feiert größten Erfolg

Der Berliner Karsten Schlangen holt in Barcelona überraschend die Silbermedaille über die 1.500 m. (Meldung vom 30.07.2010)[mehr]

Silber und Bronze für Spiegelburg und Ryzih

EM-Gold im Hochsprung gewann die Russin Swetlana Feofanowa. (Meldung vom 30.07.2010)[mehr]

Zweites Gold für Sprintstar Lemaitre

Der Franzose siegt über 200 m, sein Landsmann Yohann Diniz über 50 km Gehen. (Meldung vom 30.07.2010)[mehr]

Nytra vor EM-Start selbstbewusst

Die 25-Jährige gilt im Finale am Samstag als Gold-Favoritin. (Meldung vom 29.07.2010)[mehr]

John Letzter - Gold für Turner

Gold über 110 m Hürden gewann der Brite Andy Turner. (Meldung vom 30.07.2010)[mehr]

Barcelona inTeam
Carolin Nytra (2 v.r.) beim 100-m-Hürden-Finale in Barcelona © Thomas Luerweg Fotograf: Thomas Luerweg

Nytras EM-Tagebuch: SCHADE!

Die Hürdensprinterin schreibt für sportschau.de über "ihre" EM.[mehr]

Porträts
Team des DLV © Thomas Luerweg, NDR Fotograf: Thomas Luerweg, NDR

Sportlerporträts

Kurzbiografien aller deutschen und vieler internationaler EM-Starter.[mehr]

Disziplinen
Eleganz und Kraft in perfekter Harmonie - die 110 m Hürden verlangen ein athletisches Komplettpaket © pictures-alliance/dpa Fotograf: STEPHANE KEMPINAIRE

Drei Schritte, eine Hürde

Rhythmisch über die Hindernisse laufen - das ist die Kunst.[mehr]

Die Überflieger

Sehr abwechslungsreiche Vergangenheit.[mehr]

Die Multitalente

Nicht in einer Disziplin herausragend, sondern in allen möglichst gut.[mehr]

Alte Regeln, verbesserte Technik

Eine der ältesten olympischen Disziplinen der Leichtathletik.[mehr]

Freiflug durchs Stadion

Neue Speer-Konstruktion bringt neue Rekorde.[mehr]

Umtreten unmöglich

Schmerzvoller Unterschied zwischen Hürden und Hindernisbalken.[mehr]

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW