Freitag kompakt

Zweites Gold für Sprintstar Lemaitre

Christophe Lemaitre holt mit knappem Vorsprung auch die Goldmedaille über 200 Meter © AP Photo Fotograf: Anja Niedringhaus
große Bildversion anzeigen Christophe Lemaitre holt mit knappem Vorsprung auch die Goldmedaille über 200 Meter. Links: der Brite Christian Malcolm.

Christophe Lemaitre ist auf dem Weg zum großen Star der Leichtathletik-EM in Barcelona. Zwei Tage nach seinem Sieg über 100 Meter holte der 20-Jährige am Freitag auch die Goldmedaille über die 200-m-Sprintdistanz. Im Ziel hatte der Publikumsliebling aus Frankreich nach einem starken Finish in 20,37 Sekunden nur um wenige Zentimeter die Nase vorn. "Die Chance war fast dahin, aber ich wusste, wie stark mein Finish ist und habe es noch geschafft", meinte der freudestrahlende Youngster. In der EM-Geschichte ist es das siebte Titel-Double im Sprint seit 1934. Silber gewann in 20,38 der Brite Christian Malcolm, Bronze ging in 20,42 Sekunden an den Franzosen Martial Mbandjock. Am Sonntag könnte Lemaitre mit Frankreichs 4x100-m-Staffel noch einen dritten Titel gewinnen. Sebastian Ernst aus Wattenscheid schied im Halbfinale mit 20,95 Sekunden aus. Der deutsche Meister Daniel Schnelting (Rhede) kam über den Vorlauf als Vierter (20,98) nicht hinaus.

Firowa 400-m-Europameisterin

Die Russinnen Tatjana Firowa (Gold), Ksenia Ustalowa(Silber) und Antonia Kriwoschapka (Bronze) freuen sich über ihren EM-Erfolg beim 400-Meter-Lauf © AP Photo Fotograf: Matt Dunham
große Bildversion anzeigen Die Russinnen Tatjana Firowa (Gold), Ksenia Ustalowa (Silber) und Antonia Kriwoschapka (Bronze/v.l.) freuen sich über ihren EM-Erfolg über 400 m.

Tatjana Firowa holte beim russischen Dreifach-Sieg Gold über 400 m. Sie siegte in europäischer Jahresbestzeit von 49,89 Sekunden vor Ksenia Ustalowa (49,92) und Antonia Kriwoschapka (50,10). Auch über 400 m Hürden hatte eine Russin die Nase vorn. Natalja Antjuch setzte sich in europäischer Jahresbestzeit von 52,92 Sekunden klar vor dem Rest der Konkurrenz durch. Auf Platz zwei lief die Bulgarin Vania Stambolova (53,82), Dritte wurde die Britin Perri Shakes-Drayton (54,18). Die deutsche Meisterin Fabienne Kohlmann aus Karlstadt war im Halbfinale ausgeschieden.

Russische Festspiele in Barcelona

Die Russin Julia Zarudnewa jubelt nach ihrem Sieg im 3.000-Meter-Hindernislauf © AP Photo Fotograf: Anja Niedringhaus
große Bildversion anzeigen Die Russin Julia Zarudnewa jubelt nach ihrem Sieg im 3.000-Meter-Hindernislauf

Den Medaillenregen der Russen machten Julia Zarudnewa und Marija Sawinowa komplett. Über 3.000 Meter Hindernis schnappte Zarudnewa in 9:17,57 Minuten der spanischen Favoritin Marta Dominguez (9:17,74) die ersehnte Goldmedaille weg. Für Spanien war Silber aber dennoch das erste Edelmetall bei den europäischen Heim-Titelkämpfen. Dritte wurde mit Ljubow Charlamowa (9:29,82 Minuten) ebenfalls eine Russin. Sawinowa gewann die 800 m der Frauen in einer Siegerzeit von 1:58,22 Minuten vor der Niederländerin Yvonne Hak, die 1:58,85 Minuten für die zwei Stadionrunden brauchte. Dritte wurde Jennifer Meadows (Großbritannien/1:59,39).

Erste belgische Medaille durch Borlée

Der Brite Andy Turner verwies über 110 Meter Hürden in 13,28 Sekunden Garfield Darien aus Frankreich (13,34) auf Platz zwei. Den Bronze-Rang belegte der Ungar Daniel Kiss in 13,39 Sekunden. Der Leipziger Alexander John wurde in 13,71 Sekunden Achter und Letzter im Finale. Die erste Medaille für Belgien sicherte Kevin Borlée. In 45,08 Sekunden holte er sich am Freitagabend den Titel über 400 Meter vor den Briten Michael Bingham und Marty Rooney, die beide in 45,23 Sekunden die Ziellinie überquerten.

Gold für Geher Diniz - Höhne Siebter

Geherfeld bei der EM in Barcelona © dpa - Bildfunk Fotograf: Bernd Thissen
große Bildversion anzeigen Geher Yohann Diniz holte das dritte Gold für Frankreich.

Lemaitres Landsmann Yohann Diniz verteidigte seinen Titel über 50 km Gehen. Der 32-Jährige setzte sich auf dem Ein-Kilometer-Rundkurs in Barcelona nach einem Solo-Lauf über fast die komplette Distanz in 3:40:37 Stunden vor Grzegorz Sudol (3:42:24) aus Polen durch. Die Bronzemedaille ging an Sergej Bakulin, der in 3:43:26 die russische Siegesserie nach 20-km-Triumphen bei Männern und Frauen nicht fortsetzen konnte. "Ich wusste schon sehr früh, dass ich gewinnen werde. Ich war sehr motiviert", sagte Diniz, der von Beginn des Rennens an in Führung gelegen hatte. Der Berliner André Höhne, der bei der WM im vergangenen Jahr mit Rang fünf bereits in Medaillennähe gegangen war, fiel früh aus der Verfolgergruppe zurück, arbeitete sich aber von Rang 13 (15 km) Stück für Stück wieder vor und wurde am Ende Siebter in 3:49:29.

"Es war ein extrem hartes Rennen, ich hatte schwere Beine, und vom Wetter her war es auch nicht leicht", sagte Höhne, der durch eine Oberschenkelverletzung gehandicapt war und während des Rennens mit Magenproblemen zu kämpfen hatte. "Aber ich habe mich durchgebissen und gezeigt, dass ich zur Weltspitze gehöre. Und ich bin unter 3:50 Stunden geblieben", meinte der 32-Jährige. Der Potsdamer Christoph Linke musste dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Nach zwei frühen Verwarnungen wegen unsauberen Gehens gab er bei Kilometer 40 auf.

Stand: 30.07.2010 19:51
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