Nach Verena Sailer und Linda Stahl hat Betty Heidler am Freitag die dritte Goldmedaille für das deutsche Team bei der EM in Barcelona gewonnen. Im Hammerwurf-Finale der Frauen zeigte die Vize-Weltmeisterin aus Frankfurt eine starke Leistung. Ihre 76,38 m aus dem fünften Versuch, neue deutsche Jahresbestleistung, waren für die Konkurrenz zu gut. Selbst ihr zweitbester Wurf über 75,92 m hätte zum ersten EM-Titel ihrer Karriere gereicht. Die 26-Jährige verwies Tatjana Lysenko (Russland/75,65) auf den Silberrang. Bronze ging an die Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk (Polen/73,56). Kathrin Klaas (Frankfurt) war überraschend in der Qualifikation gescheitert. "Ich bin total happy und glücklich, dass es so ausgegangen ist" erklärte eine freudestrahlende Heidler, auch wenn es mit der angepeilten Verbesserung des deutschen Rekords nicht geklappt hat. "Saisonbestleistung, über 76 Meter, was will ich mehr."
"Mein Ziel ist mindestens Silber", hatte Heidler bereits vor dem Finale gesagt und ließ ihrer Aussage gleich zu Beginn Taten folgen. Mit den 75,92 m aus dem zweiten Versuch schockte die "nebenbei" Jura studierende EM-Fünfte von 2006 die Konkurrenz früh. Als sich die wegen Dopings zwei Jahre gesperrte Ex-Weltrekordlerin Lysenko im vierten Versuch auf 75,65 m steigerte, setzte Heidler gleich eins drauf und verbesserte ihre Saisonbestmarke im fünften Durchgang auf 76,38 m. Damit näherte sie sich bis auf 74 Zentimeter ihrem letztjährigen Deutschen Rekord. Kurios: Heidler absolvierte im Finale sogar sieben Würfe. Ihren ersten Versuch, der die Aufhängung einer Fernsehkamera touchiert hatte, durfte sie wiederholen, allerdings ohne Verbesserung. Das hatte die neue Europameisterin an diesem Tag auch gar nicht nötig.
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