Keiner hatte Carsten Schlangen auf der Rechnung. Bisher war er sechsmal deutscher Meister, aber international immer nur Mitläufer - doch dieses Mal durfte der Berliner jubeln: Dank eines furiosen Schlussspurts erkämpfte sich der 29-Jährige am Freitagabend über die 1.500 m überraschend die Silbermedaille. Der gebürtige Meppener musste sich nach einem taktisch klugen Rennen in 3:43,52 Minuten nur dem spanischen Sieger Arturo Casado geschlagen geben, der 3:42,74 lief. Als Sechster war er in die letzte Kurve gegangen, zog dann unwiderstehlich an den Konkurrenten vorbei. Im Fotofinish verwies Schlangen den zweiten Spanier Manuel Olmedo (3:43,54) auf Rang drei.
"Überraschend ist es schon. Ich wusste, dass es ein recht offenes Ende sein könnte. Ich habe versucht, im vorderen Drittel mitzulaufen. Am Ende hatte ich dann noch ein paar Reserven gehabt", freute sich der Architektur-Student kurz nach dem Lauf. Nach einem Ermüdungsbruch im Schienbein hatte Schlangen im Winter noch zahlreiche Trainingskilometer auf Langlauf-Skiern absolviert - es zahlte sich aus. "Ich habe viel an meiner Spritzigkeit trainiert, auf Rasen trainiert. Vielleicht hat mir das den letzten Kick gegeben", meinte der "Silberjunge" aus Berlin.
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