Diskuswurf

Nadine Müller von Medaille ganz weit weg

Die deutsche Sportlerin Nadine Müller gestikuliert nach einem Wurf. © dpa Fotograf: Rainer Jensen
große Bildversion anzeigen War der Druck zu groß? Medaillenanwärterin Nadine Müller erreicht nur Rang acht.

Ihr Ziel war eine Medaille - doch am Ende wurde es nur ein enttäuschender achter Platz: Diskuswerferin Nadine Müller kam am Mittwochabend bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Barcelona im Finale der besten zwölf Werferinnen nicht über eine Weite von 57,78 Meter hinaus. Damit blieb die Hallenserin zum ersten Mal in diesem Jahr unter 60 Meter und genau zehn Meter unter ihrer Weltjahresbestweite (67,78). "Ich hatte heute schwere Beine und bin gar nicht richtig in den Wettkampf gekommen. Und die Windverhältnisse im Stadion waren schwierig", suchte Müller nach Gründen für das enttäuschende Abschneiden. "Es sollte wohl nicht sein, aber ich stecke den Kopf nicht in den Sand."

Perkovic sichert sich die Goldmedaille

Diskuswerferin Sabine Rumpf © dpa - Bildfunk Fotograf: Rainer Jensen
große Bildversion anzeigen Platz sieben: Sabine Rumpf kann am Ende mit ihrem Abschneiden zufrieden sein.

Nach Platz sieben von Nadine Kleinert im Kugelstoßen am Dienstag platzte damit am zweiten Wettkampftag der Leichtathletik-Europameisterschaften der nächste Edelmetall-Traum des deutschen Teams. Europameisterin wurde mit der 20-jährigen Sandra Perkovic aus Kroatien (64,67) die jüngste Teilnehmerin des Wettbewerbs. Im letzten Versuch zog sie noch an der Rumänin Nicoleta Grasu (63,48) vorbei. Bronze ging an Joanna Wisniewska aus Polen (62,37). Sabine Rumpf (Selters/Taunus) die zweite deutsche Werferin im Finale, platzierte sich mit 58,89 Meter am Ende sogar noch vor Müller auf Rang sieben. "Der Wind kam aus allen Richtungen, das war gar nicht einfach heute. Aber ich bin eigentlich mit dem Wettkampf zufrieden", zog Rumpf ihre EM-Bilanz.

Müder Auftritt im Finale

Nadine Müller freut sich über ihren gelungenen ersten Versuch © dpa Fotograf: Rainer Jensen
große Bildversion anzeigen Nach der Qualifikation hatte Müller noch Grund zum Strahlen - nach dem Finale nicht mehr.

Die 24-jährige Müller hatte sich nach der Qualifikation am Vortag noch gut gefühlt, wollte im Finale bei der Vergabe der Medaillen mehr als ein Wörtchen mitreden. Doch als es dann ernst wurde, schien die WM-Sechste von Berlin 2009 im Ring zu verkrampfen. Nichts war es mit der Lockerheit des Qualifikationstages: Mit keinem ihrer vier gültigen Versuche konnte sie die Konkurrenz beeindrucken. Ihr Trainer Peter Sack, der zuletzt schon zwei fünfte Plätze Müllers in der Diamond League mitansehen musste, war nach dem Finale ratlos: "Unser Ziel war eine Medaille. Warum es nicht geklappt hat, kann ich auf die Schnelle nicht sagen. Das müssen wir in Ruhe analysieren."

Stand: 28.07.2010 19:34
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