Der große Traum von der Goldmedaille hat sich für Carolin Nytra nicht erfüllt. Die Bremerin, die die europäische Jahresbestzeit Anfang Juli auf 12,57 Sekunden geschraubt hatte, zeigte in einem hochklassigen Finale am Samstag über 100 m Hürden ein tolles Rennen. In 12,68 Sekunden, der zweitbesten Zeit ihrer Karriere, musste sich die 25-Jährige am Ende aber mit Bronze zufriedengeben. Die Türkin Nevin Yanit, die mit 12,63 Sekunden ihren Landesrekord verbesserte, sicherte sich Platz eins vor der Irin Derval O'Rourke (12,65). "Wenn man als Jahresbeste in dieses Finale reingeht, erwartet man natürlich mehr", meinte Nytra, die im Zielauslauf noch zu Boden stürzte. Danach verharrte die Sportmanagement-Studentin auf der Laufbahn. Es dauerte einige Zeit, ehe sie das Ergebnis verarbeitet hatte. Sie wusste zunächst nicht, ob sie sich über den verpassten Sieg ärgern oder die erste internationale Medaille ihrer Karriere feiern sollte. Am Ende überwog die Freude: "Das Ziel war eine Medaille, daher bin ich mit Bronze zufrieden", sagte Nytra und fügte an: "Ich habe eine absolute Hammersaison mit einer Medaille gekrönt."
Ihr Lebensgefährte Sebastian Bayer, in Barcelona seit Freitag zur Unterstützung dabei, habe ihr noch im Ziel zugerufen: "Ich bin stolz auf dich." Für Nytra war das Edelmetall der vorläufige Höhepunkt einer kontinuierlichen Entwicklung. In den vergangenen drei Jahren steigerte sie ihre persönliche Bestzeit um mehr als eine halbe Sekunde von 13,17 Sekunden (2007) bis zu jener "Hammerzeit" (Nytra) am 8. Juli in Lausanne (12,57), die sie bei dieser EM zur Favoritin gemacht hatte.
Die Stuttgarterin Nadine Hildebrandt wurde in 13,08 Sekunden Achte. "Das ist okay. Ich war im Finale - und das immerhin bei der ersten internationalen Meisterschaft", sagte die 22-Jährige. Die Leipzigerin Cindy Roleder schied dagegen bereits im Halbfinale aus. Sie wurde disqualifiziert, weil sie die letzte Hürde umgestoßen hatte.
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Die Hürdensprinterin schreibt für sportschau.de über "ihre" EM.[mehr]
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