Siebenkampf

Oeser erreicht "utopische" Höhen

Jennifer Oeser jubelt über Bronze bei der EM 2010. © dpa
große Bildversion anzeigen Jennifer Oeser jubelt über EM-Bronze.

Jennifer Oeser feierte ihre Bronzemedaille im Siebenkampf wie einen Sieg und war von sich selbst überrascht. Mit 6.683 Punkten stieß die in Brunsbüttel aufgewachsene Athletin in Dimensionen vor, die sie selbst für unerreichbar gehalten hatte. "Die Punktzahl ist utopisch. Im Hinterkopf hatte ich 6.500 Punkte", gab die 26-Jährige nach dem besten Wettkampf ihrer Karriere zu Protokoll. In gleich vier der sieben Disziplinen war Oeser besser als jemals zuvor. Über 100 Meter Hürden steigerte sie sich mit 13,37 Sekunden um sechs Hundertstelsekunden. Von 24,30 auf 24,07 Sekunden drückte sie ihre Bestzeit über 200 Meter. Auch der Speer flog mit 49,17 Metern weiter als zuvor. Besonders stolz war sie jedoch über die 6,68 Meter im Weitsprung - eine Steigerung um 13 Zentimeter. Mit dieser Leistung hätte Oeser sogar das Finale bei den Spezialisten erreicht.

Steigerungspotenzial über 800 m und im Speerwurf

Siebenkämpferin Jennifer Oeser beim Speerwurf © dpa
große Bildversion anzeigen Im Speerwurf will sich Oeser weiter verbessern.

Nach Silber bei der WM im vergangenen Jahr feierte Oeser ihren zweiten Erfolg auf internationaler Bühne. "Mit Bronze habe ich das WM-Silber bestätigt, auch wenn es wie eine Verschlechterung aussieht. Aber mit der Punktzahl!" Seit Sabine Braun bei ihrem WM-Sieg 1991 hat keine deutsche Siebenkämpferin so viele Zähler erzielt wie Oeser. Dass es in Barcelona "nur" zum dritten Platz reichte, war der Klasse ihrer Konkurrentinnen geschuldet. Siegerin Jessica Ennis (Großbritannien) ist ein absolutes Ausnahmetalent. Und auch Natalia Dobrynska (Ukraine) ist für Oeser noch unerreichbar. Doch die 26-Jährige hat weiteres Steigerungspotenzial, auch wenn es "wirklich immer schwerer" wird. Über 800 Meter und im Speerwurf hat Oeser noch Luft nach oben: "2:11 Minuten über 800 Meter kann ich auch und den Speer dürfte ich weiterwerfen können."

Olympia 2012 bereits im Blick

Einzig die strengen Regelhüter trübten Oesers fast perfekten Wettkampf. Ihre Maskottchen erhielten keinen Einlass ins Olympiastadion. "Sogar die sonst so strengen Chinesen haben mir bei Olympia in Peking erlaubt, mein Schwein mit reinzunehmen. Diesmal ging nicht mal der Wal durch. Da brüllen sie mich zurück und nehmen mir das Maskottchen meiner Oma aus dem Koffer", wunderte sich Oeser. Edelmetall bei einer WM und EM hat sie bereits gewonnen, fehlt noch eine Medaille bei Olympia. "Für die Olympischen Spiele 2012 in London werde ich richtig ranklotzen", versprach Oeser.

Stand: 01.08.2010 16:45
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