Robert Harting hat sich bei seinem ersten EM-Auftritt im Diskus-Ring keine Blöße gegeben. Der Weltmeister von Berlin zog mit starken 66,93 m ins Finale am Sonntag (19.45 Uhr) ein. Allerdings zeigte der 25-jährige Berliner seine Klasse erst im zweiten Versuch, der erste Wurf landete bei 63,17 m. Gefordert waren 63,50 m. "Im ersten Wurf habe ich wohl zu viel Kraft gespart", sagte Harting, der sich für Sonntag aber keine Sorgen macht. "Ich kann beruhigt ins Finale gehen." Olympiasieger Gerd Kanter zeigte sich ebenfalls souverän. Der Este schleuderte den Diskus im ersten Versuch auf 65,43 m. Martin Wierig (Magdeburg) zog als Neunter der Qualifikation mit 62,57 m ebenfalls ins Finale der besten Zwölf ein. Markus Münch (Wedel/Pinneberg) enttäuschte hingegen, kam nur auf 58,81 m und belegte den 24. Platz.
Die deutsche 4x100-m-Staffel zeigte einen starken ersten Auftritt. Tobias Unger (Kornwestheim), Marius Broening (Tübingen), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Martin Keller (Chemnitz) liefen im zweiten Vorlauf in 38,75 Sekunden souverän zum Sieg. Sebastian Ernst (Wattenscheid) hatte sich beim Aufwärmen eine leichte Oberschenkelzerrung zugezogen und musste passen. "Morgen fangen wir wieder bei Null an", warnte Unger trotz der schnellsten Zeit. Im ersten Lauf hatte sich das französische Quartett ohne Doppel-Europameister (100 und 200 m) Christophe Lemaitre in 39,12 Sekunden durchgesetzt. Mit Italien (disqualifiziert) und Großbritannien, das nach schwachen Wechseln nur Fünfter wurde, fehlen am Sonntag (19.35 Uhr) zwei Medaillenkandidaten.
Nur wenige Minuten nach dem Ausrufezeichen der Männer-Staffel scheiterte das deutsche Frauen-Quartett überraschend im Vorlauf über 4x100 m. Der letzte Wechsel von Anne Möllinger auf 100-m-Europameisterin Verena Sailer (beide Mannheim) misslang komplett. Möllinger stürzte und der Traum vom möglichen EM-Gold war dahin. "Ich bin ins Stolpern gekommen, weiß auch nicht, wie das passiert ist. Es hat sonst alles wunderbar geklappt", sagte Möllinger. Yasmin Kwadwo (Wattenscheid) und Marion Wagner (Mainz) hatten das DLV-Team bereits auf Finalkurs gebracht, konnten dann aber nur noch hilflos zuschauen. "Ich habe den Stab leicht gespürt, aber an der Außenkante der Hand, nicht in der Hand. Es wäre total falsch, Anne jetzt die alleinige Schuld zu geben. Wenn, dann sind wir beide schuld", meinte Sailer. Bei der WM vor einem Jahr in Berlin hatte die deutschen Frauen die Bronzemedaille gewonnen. Die Russinnen zogen mit 43,23 Sekunden als schnellstes Team ins Finale ein.
Die deutsche 4x400-m-Männerstaffel sicherte sich souverän das Ticket für das Finale am Sonntag (21.55 Uhr). Der starke Startläufer Kamghe Gaba (Frankfurt), Bastian Swillims (Wattenscheid), Jonas Plass (Wendelstein) und Thomas Schneider (Potsdam) liefen in 3:03,83 Minuten auf Rang zwei ihres Vorlaufs hinter Belgien (3:03,49). Im ersten Lauf hatte Großbritannien in 3:04,09 gesiegt. Das deutsche Frauen-Quartett lief ebenfalls ohne Probleme ins Finale am Sonntag (21.40 Uhr). Janin Lindenberg (Magdeburg), Esther Cremer (Wattenscheid), Jill Richards (Berlin) und Claudia Hoffmann (Potsdam) kamen in 3:29,67 als Zweite ihres Vorlaufs hinter Italien (3:27,95) weiter.
Der EM-Samstag in Barcelona kompakt. (Meldung vom 31.07.2010)[mehr]
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