Der Franzose Christophe Lemaitre hat am Mittwochabend das mit Spannung erwartete Sprint-Duell mit dem Briten Dwain Chambers bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Barcelona klar gewonnen: In 10,11 Sekunden lief der 20-Jährige bei Gegenwind zum EM-Titel über 100 Meter. Chambers ging in dem engen Rennen am Ende sogar leer aus, musste sich in 10,18 Sekunden zeitgleich mit den Silber- und Bronzemedaillengewinnern Mark Lewis-Francis (Großbritannien) und Martial Mbandjock (Frankreich) sowie dem viertplatzierten Francis Obikwelu (Portugal) mit dem enttäuschenden fünften Platz zufriedengeben.
Chambers zeigte sich aber als fairer Verlierer: "Christophe war stark, er hat den Sieg verdient. Es war ein hartes Rennen. Für mich ist es nicht so gelaufen wie erwartet. Aber das muss ich hinnehmen." Lemaitre ist der erste Franzose seit 1962, der den EM-Titel ersprinten konnte. Auf einer Ehrenrunde im Olympiastadion ließ er seiner Freude freien Lauf: "Die Reaktionszeit von mir war nicht brilliant, aber ich habe mich wacker geschlagen. Jetzt bin ich sehr, sehr glücklich", sprudelte es aus dem neuen Europameister heraus.
Für die drei deutschen 100-Meter-Sprinter Tobias Unger (München/10,52 Sekunden), Alexander Kosenkow (Wattenscheid/10,38) und Christian Blum (Chemnitz/10,69) war erwartungsgemäß bereits im Halbfinale Endstation gewesen. "Um da vorne mitzumischen, muss man halt andere Zeiten laufen", sprach Blum für sich und seine beiden Teamkollegen, die nun in der Staffel am kommenden Wochenende aufhorchen lassen wollen.
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