Stabhochsprung

Gemischte Gefühle nach Stab-Medaillen

Stabhochsprung der Frauen, Silke Spiegelburg © dpa - Bildfunk Fotograf: Rainer Jensen
große Bildversion anzeigen Silke Spiegelburg: "Hätte höher gehen können"

Nach ihren EM-Medaillen im Stabhochsprung hätte die Stimmung bei Lisa Ryzih und Silke Spiegelburg nicht unterschiedlicher sein können: Während Bronzemedaillen-Gewinnerin Ryzih ihr Glück kaum fassen konnte, haderte die Vize-Europameisterin aus Leverkusen auch am Tag darauf noch mit ihren technischen Defiziten: "Ich habe uralte Fehler gemacht, von denen ich dachte, dass ich sie hinter mir gelassen habe", sagte die WM-Vierte Spiegelburg und mochte sich über den größten internationalen Erfolg ihrer Karriere gar nicht recht freuen: "Wäre ich so gesprungen wie zuletzt, hätte es auf jeden Fall höher gehen können. Ich wollte endlich die 4,75 m packen."

Stattdessen mussten 4,65 m zu Silber reichen. "Natürlich ist eine Medaille schön. Aber es ärgert mich, dass ich mein Können nicht abgerufen habe", sagte die 24-Jährige, die "eigentlich mehr wollte". Doch die neue Europameisterin Swetlana Feofanowa (4,75) war an diesem Abend eine Nummer zu groß. Die 30 Jahre alte Russin holte sich acht Jahre nach ihrem Coup von München ihr zweites EM-Gold ab.

Ryzih auf der "perfekten Welle"

Lisa Ryzih freut sich über einen gelungenen Versuch im Stabhochsprung-Finale © AP Photo Fotograf: Matt Dunham
große Bildversion anzeigen Lisa Ryzih: "Spring' mit der Welle"

Für die Sensation sorgte aber die drittplatzierte Ryzih. Die frühere Junioren-Weltmeisterin vom LAZ Zweibrücken landete mit persönlicher Bestleistung von 4,65 m auf dem Bronze-Platz. "Ich konnte nicht mehr, war völlig fertig, konnte keinen Schritt mehr machen", sagte die 21-Jährige und verriet ihr Erfolgsgeheimnis im Zusammenspiel mit Vater und Trainer Wladimir: "Bei uns heißt es immer: Suche in dir die Welle und spring' mit der Welle." Dieses Gefühl habe der jungen Athletin trotz eines langen und kräftezehrenden Wettkampfs über die entscheidende Bronze-Höhe geholfen. Als dann sogar mehr drin war, versagte beim Versuch über 4,75 m allerdings die Physis: "Ich habe mir gesagt: Spring' jetzt, die gucken dich alle an. Aber ich konnte einfach nicht mehr." Die letzten Tage will die im russischen Omsk geborene Ludwigshafenerin nun genießen: "Ich will richtig shoppen und habe auch immer meinen Bikini dabei, weil ich noch ins Meer will."

Hingst enttäuscht

Eine Riesen-Enttäuschung erlebte dagegen die dritte DLV-Springerin Carolin Hingst: Mit 4,72 m als Europas Beste angereist, reichte es für die Mainzerin im Feld der zwölf Athletinnen mit 4,35 m nur zum elften Platz.

Stand: 31.07.2010 15:21
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