Die deutsche 4x400-m-Staffel der Frauen hat am letzten EM-Abend in Barcelona mit der 16. Medaille für den Deutsche Leichtathletik-Verband einen silbernen Schlusspunkt gesetzt. Fabienne Kohlmann (Karlstadt), Esther Cremer (Wattenscheid), Janin Lindenberg (Magdeburg) und Claudia Hoffmann (Potsdam) wurden in 3:24,07 Zweite hinter Russland (3:21,26). Bronze holte Großbritannien in 3:24,32. "Die Atmosphäre war atemberaubend - das trägt einen", sagte Lindenberg.
Dagegen lief die 4x400-m-Staffel der DLV-Männer nur um fünf Hundertstelsekunden an Bronze vorbei. Kamghe Gaba (Frankfurt), Bastian Swillims (Wattenscheid), Eric Krüger (Magdeburg) und Thomas Schneider (Potsdam) kamen in 3:02,65 Minuten knapp hinter Belgien (3:02,60.) mit Einzel-Europameister Kevin Borlee ins Ziel. Gold holte Russland in 3:02,14 Minuten vor Großbritannien (3:02,25). "Das ist einfach schade. Unser Wunsch war es, eine Medaille zu holen", sagte Gaba enttäuscht.
Zuvor war die deutsche 4x100-m-Staffel der Männer zu Bronze gesprintet. Tobias Unger (Kornwestheim), Marius Broening (Tübingen), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Martin Keller (Chemnitz) liefen in 38,44 Sekunden auf Rang drei. "Wir sind super happy. Schön, dass es geklappt hat. Wir wollten unbedingt eine Medaille", jubelte Startläufer Unger. "Ich habe im Augenwinkel niemanden gesehen, da wollte ich nur noch Bronze nach Hause bringen", sagte Keller. Die Goldmedaille ging an die Staffel aus Frankreich (38,11 Sekunden) mit dem neuen Europameister über 100 und 200 m, Christophe Lemaitre. Damit ist der 20-Jährige der erste Athlet des Kontinents, der auf diesen drei Distanzen bei derselben EM siegte. Silber ging in 38,17 Sekunden an Italien. Mitfavorit Großbritannien war im Vorlauf durch einen Wechselfehler gescheitert.
Europameister über 4x100 m der Frauen wurde überraschend die Staffel aus der Ukraine. Olesia Povh, Natalja Pograbnjak, Maria Rjemjen und Jelisaweta Brischina siegten in der Weltjahresbestzeit von 42,29 Sekunden vor den favorisierten Französinnen (42,45) und Polen (42,68). Das deutsche Quartett mit Yasmin Kwadwo, Marion Wagner, Anne Möllinger und Verena Sailer war am Sonnabend wegen eines Wechselfehlers im Vorlauf ausgeschieden.
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