100 m Hürden

Nytra vor EM-Start selbstbewusst

Hürdensprinterin Carolin Nytra © picture alliance / dpa Fotograf: Julian Stratenschulte
große Bildversion anzeigen Nytra lief ihren persönlichen Rekord beim Diamond-League-Meeting in Lausanne.

Carolin Nytra hat einen rausgehauen, wie es in der Leichtathletik-Sprache heißt. Knapp drei Wochen ist es her, bei der siebten Station der Diamond League. Im schweizerischen Lausanne lief die Bremerin sensationelle 12,57 Sekunden und blieb damit zwei Zehntel unter ihrer persönlichen Bestzeit. Keine westdeutsche Athletin ist jemals schneller gelaufen. In Europa ist sie derzeit die Nummer eins. Vielen verschlug es die Sprache, Nytra indes nicht. "Ich weiß, was ich drauf habe - gut ist, dass auch die anderen das mitbekommen. Denn ich bin eine Sprinterin, die vom Kopf her gut vorneweg laufen kann", gibt sich die Studentin vor ihrem Vorlaufstart bei der EM heute (ab 10.00 Uhr) selbstbewusst. Die 25-Jährige sieht ihre Favoritenrolle in Barcelona nicht als Belastung. Dass sie zudem immer wieder als Goldhoffnung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) tituliert wird, scheint der Hürdensprinterin ebenfalls kaum etwas auszumachen - zumindest äußerlich. "Eine Medaille oder einen Titel kann man nicht planen. Im Finale kann jeder alles erreichen. Da muss man locker bleiben."

Lehren aus der WM in Berlin gezogen

Hürdensprinterin Carolin Nytra © picture-alliance / Sven Simon Fotograf: Anke Fleig/SVEN SIMON
große Bildversion anzeigen Die Bremerin will ihrer Favoritenrolle gerecht werden und eine EM-Medaille holen.

Bisher konnte sie noch kein internationales Edelmetall gewinnen. Bei Olympia 2008 in Peking hatte sie den Endlauf verpasst, bei der WM 2009 in Berlin scheiterte sie ebenfalls im Halbfinale. "Das darf mir bei der EM, wo es wirklich darum geht, ins Finale zu kommen, nicht noch mal passieren", sagt Nytra. Aber Berlin sei durch den Erwartungsdruck der Fans und Zuschauer eine "Extremsituation" gewesen: "Es herrschte Fußball-Mentalität: Da ist eine Deutsche, also anfeuern. Das hat mich emotional total berührt - und genau das darf nicht sein, als Sprinter musst du dich absolut auf den Start konzentrieren." Denn das Nordlicht will ihrer Favoritenrolle gerecht werden und eine EM-Medaille holen. Das letzte Edelmetall in dieser Disziplin holte vor vier Jahren die Mannheimerin Kirsten Bolm als EM-Zweite. Nytra will daran anknüpfen: "Vielleicht kann ich ihr Silber ja verteidigen."

Stand: 29.07.2010 18:46
Barcelona inTeam
Carolin Nytra (2 v.r.) beim 100-m-Hürden-Finale in Barcelona © Thomas Luerweg Fotograf: Thomas Luerweg

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