Technik

Rekordgenuss in HDTV

Eine Leichtathletikszene in einem Fernsehmonitor. Im Vordergrund eine Gruppe junger Leute auf einem Sofa mit Fernbedienung. © Gruppe: © Monkey Business - Fotolia.com,  Läufer: John Foxx Images NDr CD Fotograf: Gruppe: © Monkey Business,  Läufer: John Foxx Images NDr CD
große Bildversion anzeigen Besonderer Fernseh-Genuss: Leichtathletik in HDTV.

Nach der WM 2009 in Berlin können die Fernsehzuschauer auch die Wettkämpfe der Europameisterschaften 2010 in Barcelona in verbesserter Bildqualität verfolgen, dem neuen Fernsehformat High Definition TV. Auch das internationale Sendesignal produzierten ARD und ZDF 2009 in der hochauflösenden HDTV-Technik. Rund 40 Prozent der deutschen Haushalte haben bereits einen der neuen Flachbildschirme oder Projektoren, auf denen das Logo "HD ready" oder "Full HD" prangt. Seit Ende 2005 konnten Zuschauer entsprechende Fernseher kaufen, aber bislang die höherere Bildqualität lediglich beispielsweise beim Ansehen von Blu-Ray-Disks oder einiger weniger - zumeist verschlüsselter - TV-Sender nutzen.

Vorweg: Wer noch einen alten Röhrenfernseher hat und keinen neuen anschaffen will, muss keine Angst haben, dass er etwas verpasst: Auch zur EM senden ARD und ZDF auf die bisherige Art weiter - das HD-Angebot ist ein zusätzlicher Service.

HD-Set-Top-Box und Sendesuchlauf notwendig

Um in den vollen Genuss von hochauflösendem Fernsehen zu kommen, reicht meist der Full-HD- bzw. HD-Ready-Fernseher allein nicht aus. Meist muss auch das Empfangsteil - ein so genannter Decoder - das HD-Signal interpretieren können. Das können die meisten HD-Ready-Geräte nicht, für sie braucht der Zuschauer eine zusätzliche Set-Top-Box. Hier sieht es in den bundesdeutschen Haushalten bisher mau aus - lediglich zwei Prozent verfügen über ein entsprechendes Gerät. Ein Aufrüsten der heimischen Empfangsanlage lohnt aber in jedem Fall - bis zu fünfmal schärfer wird der Bildempfang in HD.

Dabei ist es allerdings wichtig, darauf zu achten, dass die Set-Top-Box auch für den zu Hause genutzten Empfangsweg tauglich ist: Eine HDTV-Satelliten-Set-Top-Box nutzt nichts an einem Kabelanschluss. Mit einer neuen Set-Top-Box muss der Zuschauer noch einen Sendesuchlauf machen, denn die HD-Kanäle tauchen nicht "einfach so" auf.

Die veraltete PAL-Übertragung, die für Röhrenmonitore optimiert war, kann auf Flachbildschirmen lediglich eine maximale Auflösung von 720x576 Pixeln darstellen. Mit dem 720p-Standard wächst die Pixelanzahl auf 1280x720 Pixel - das Bild ist folglich deutlich detailreicher, und Bewegungen werden durch optimierte Umrechnungsverfahren viel schärfer dargestellt. Somit ist das HDTV-Bild schon von den technischen Voraussetzungen her dem gewohnten Fernsehbild überlegen.

HDTV-Regelbetrieb seit 2010

Innenansicht eines HDTV-Reportagewagens © picture-alliance/ dpa/dpaweb
große Bildversion anzeigen Empfindliche Technik: Innenansicht eines HDTV-Reportagewagens.

Startschuss für die HDTV-Testübertragung von ARD und ZDF war der 15. August mit Beginn der Leichtathletik-Weltmeisterschaften, danach wurde der HDTV-Testbetrieb zur IFA 2009 und zu Weihnachten als HDTV-Showcase fortgesetzt. "Das hochauflösende Fernsehen wird spätestens 2010 zum allgemeinen Qualitätsstandard werden, wenn ARD und ZDF mit den Olympischen Winterspielen von Vancouver die reguläre HDTV-Ausstrahlung starten", sagte ARD-WM-Teamchef Walter Johannsen 2009 bei der Präsentation des technischen Sendekonzepts.

Zuvor wurde bereits und wird weiterhin in digitalen Netzen - über Kabel, Satellit (Astra) oder IPTV - die HD-Ausstrahlung nach und nach ausgebaut: ARTE sendet seit Januar 2009 in HD und erhöht den Anteil von HD-Produktionen stetig bis 2010, auch EinsFestival sendet bereits auf HD. Natürlich wird niemand gezwungen, seine Empfangsgeräte auszutauschen, die bisherigen Fernsehsignale werden auch nach 2010 ausgestrahlt und für den Zuschauer gibt es selbstverständlich keinerlei Verschlüsselungen oder zusätzliche Kosten.

Technische Satelliten-Empfangsdetails "Das Erste HD" und "ZDF HD"
Das Erste HDZDF HD
Transponder: 11 ASTRA 19,2° OstTransponder: 11 ASTRA 19,2° Ost
Frequenz: 11,362 GHzFrequenz: 11,362 GHz
Polarisation: horizontalPolarisation: horizontal
Fehlerschutz FEC 2/3Fehlerschutz: FEC 2/3
Symbolrate 22 MSymbols/sSymbolrate: 22 MS/s
Modulation: DVB-S2Modulation: DVB-S2 (8PSK)

Empfang über Kabel

Die Einspeisung in die Kabelnetze hängt von den Betreibern ab - wer jetzt schon Arte HD und Simultan HD (Test HD) empfangen kann, hat gute Karten. Denn dieser Transponder wird für den Testbetrieb genutzt. Unitymedia und Kabel BW speisen die HD-Programme ein. Auch Kabel Deutschland überträgt inzwischen die HD-Kanäle. Wer einen Humax 1000-Receiver benutzt, muss jedoch zuvor ein Softwareupdate fahren, sonst findet der Receiver nichts.

Empfang über DVB-T

Keinen HD-Empfang gibt es für die Nutzer des digitalen Antennenfernsehens DVB-T: Der Nachfolgestandard DVB-T2 ist noch nicht in Deutschland eingeführt. Über digitales Kabel (DVB-C) und digitalen Satelliten (DVB-S) ist der Empfang hingegen möglich.

Autorin/Autor: Marco Maas, NDR Online
Weitere Informationen

Glossar HDTV

Blue-Ray, HD, HD-Ready, 720p - die wichtigsten Begriffe rund um HDTV kurz erklärt.[mehr]

Internet-Links

Weitere umfassende Informationen zum Empfang von Fernsehen in HDTV-Qualität auf ARD-Digital.de.[mehr]

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