Sebastian Ernst im Porträt

Sebastian Ernst © imago/Annegret Hilse Fotograf: Annegret Hilse

Disziplin: 4 x 100 m, 200 m
Land: Deutschland

geb. am 11.10.1984 in Gelsenkirchen-Buer
Größe: 183 cm
Gewicht: 76 kg
Verein: TV Wattenscheid 01
Trainer: André Ernst
Beruf: Bundespolizist

In zwei Fußballteams war er nur Reserve. Deshalb kehrte Sebastian Ernst als Jugendlicher dem Kicken den Rücken und wechselte zur Leichtathletik. 1999 schloss sich der Gelsenkirchener, der sich trotz seiner Herkunft zum Fußball-Rekordmeister FC Bayern München bekennt, dem FC Schalke 04 an. Dort versuchte er sich zunächst im Hoch- und Weitsprung, bevor sein Sprinttalent entdeckt wurde. Schon früh stellte sich heraus, dass seine Erfolgschancen über 200 m größer sind als über 100 m. Dennoch: "Ich wäre lieber ein Weltklasseläufer über 100 m, denn ich habe noch nie gesehen, dass sich einer von denen im Ziel übergeben hat", sagt der pfiffige 26-Jährige, der mittlerweile für den TV Wattenscheid startet. Entsprechende Erfahrungen machte Ernst, der modisch zur Extravaganz neigt, auf der längeren Strecke schon häufiger. Dennoch blieb er dieser Distanz treu.

Bei der Junioren-WM 2002 auf Jamaika überraschte der damals noch 17 Jahre alte Sprinter die Fachwelt, als er in 21 Sekunden als bester Europäer sensationell Sechster wurde. Mit 19 Jahren lief er 2004 in Athen ins olympische Halbfinale über 200 m und avancierte damit zu einem ganz großen Hoffnungsträger im deutschen Sprint-Lager. Seit 2007 gelang es dem Junioren-Europameister von 2003 allerdings zunächst nicht mehr, sich im Einzel oder in der Staffel für internationale Großereignisse zu qualifizieren. Erst 2010 meldete sich der bekennende Autofreak, der nie um einen Spruch verlegen ist, eindrucksvoll zurück, sprintete in 20,38 Sekunden zumindest vorübergehend an die Spitze der europäischen Bestenliste. "Sebastian ist mental sehr stark geworden ", konstatierte der nicht mit seinem Schützling verwandte Andre Ernst, seit dem vergangenen Jahr Trainer des Wattenscheider Sprinters.

Bei der EM in Barcelona erreichte Ernst über die 200 m das Halbfinale, schied dort aber als Letzter seines Laufes in 20,95 Sekunden aus. Mit der 4x100-m-Staffel konnte er wegen einer Zerrung nicht antreten. Dafür sorgte der 26-Jährige in diesem Winter für einen Paukenschlag: Bei der Hallen-DM in Leipzig verbesserte er den deutschen Hallenrekord über 200 m auf 20,42 Sekunden. Damit blieb er elf Hundertstel unter der alten Bestmarke des Münchners Tobias Unger. "Das ist Wahnsinn, ich gehöre jetzt zu den 25 Schnellsten in der Welt jemals. Das ist einfach verrückt. Dass ich jetzt auch da vorne bin, ist für mich wie ein kleines Märchen", jubelte er und dankte vor allem seinem Coach: "Er ist der perfekte Trainer für mich." Jetzt träumt er davon, "einmal eine 19 vor dem Komma zu haben. Aber ich mache mir keinen Kopf. Die Zeiten kann man nicht erzwingen."

Dass dem so ist, musste Ernst in Daegu erkennen, wo er in 20,95 Sekunden nur Sechster seines Vorlaufes wurde und den anvisierten Einzug ins Halbfinale verpasste. Noch schlechter lief es mit der Staffel. Wegen eines Wechselfehlers schied das DLV-Quartett bereits im Vorlauf aus.

Terminplan
Männer - 4 x 100 m
Datum Zeit Runde
Sa, 31.07. 10:15 Uhr 1. Runde
So, 01.08. 19:35 Uhr Finale
Männer - 200 m
Datum Zeit Runde
Do, 29.07. 11:30 Uhr 1. Runde
Do, 29.07. 19:55 Uhr Halbfinale
Fr, 30.07. 19:25 Uhr Finale
[Kompletter Zeitplan]

Größte Erfolge:
Pers. Bestleistung:
20,36 Sek. (2004/200 m)
20,42 Sek. (2011/Halle/DR)

Olympische Spiele:
2004 Halbfinalist

Hallen-Weltmeisterschaften:
2004 Halbfinalist

U20-Weltmeisterschaften:
2002 6. Platz (200 m)

U23-Europameisterschaften:
2005 Silber (200 und 4x100 m)

U20-Europameisterschaften:
2003 Gold (200 m), Silber (4x100 m)

Deutsche Meisterschaften:
2011 und 2010 Silber
2006 Gold
2004 Bronze

Deutsche Hallen-Meisterschaften:
2011 Gold
2007, 2005 und 2004 Silber

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