
Disziplin:
Hammerwurf
Land: Deutschland
geb. am 14.10.1983 in Berlin
Größe: 175 cm
Gewicht: 80 kg
Verein: LG Eintracht Frankfurt
Trainer: Michael Deyhle
Beruf: Polizeihauptmeisterin/Studentin (Jura)
Betty Heidler tritt mit ihren sportlichen Erfolgen in die Fußstapfen ihrer Familie. Ihr Urgroßvater Martin Riefstahl war Hochspringer und hatte die Ehre, auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Berlin 1936 das olympische Feuer zu tragen. Ihre Großcousine Cornelia Oschkenat, geborene Riefstahl, gehörte jahrelang zu den besten Hürdensprinterinnen der Welt. Allerdings kam Betty Heidler nicht über die Familie, sondern durch eine Freundin zur Leichtathletik. Im Alter von 16 Jahren begann die gebürtige Berlinerin mit regelmäßigem Hammerwurftraining. 2001 wechselte sie wegen der besseren sportlichen Möglichkeiten zur LG Eintracht Frankfurt.
Heim- und Bundestrainer Michael Deyhle bescheinigt seinem Schützling "einen starken Kopf, eine positive Einstellung zum Stress und die Bereitschaft, sich im Training zu schinden". Der vierte Platz bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 bedeutete den ersten großen Erfolg in Heidlers Karriere. 72,73 m waren seinerzeit deutscher Rekord. Die nationale Bestmarke schraubte sie im Anschluss gleich mehrfach nach oben. Blieb die Bundespolizistin 2006 bei der EM in Göteborg noch mit 70,89 m als Fünfte unter ihren Möglichkeiten, gelang ihr 2007 bei der WM in Japan der ganz große Coup: Mit 74,76 m sicherte sie sich die Goldmedaille. "Glück muss man auch mal haben", sagte Heidler, die noch bei den Sommerspielen 2004 zum Schluss Bronze an die Kubanerin Ypsi Moreno verloren hatte. In Osaka drehte sie den Spieß um: Die Frankfurterin blieb trotz eines ganz starken letzten Versuchs von Moreno am Ende um zwei Zentimeter vorn.
Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 musste sich Heidler mit einem enttäuschenden neunten Platz begnügen. Bei der Heim-WM in ihrer Geburtsstadt Berlin ein Jahr später war der Druck immens. Doch die Polizeihauptmeisterin, die seit Oktober 2008 Jura an der Universität Frankfurt studiert, hielt stand. Sie wuchtete den Hammer auf beeindruckende 77,12 m - seinerzeit deutscher Rekord. Trotzdem reichte es für die Titelverteidigerin nicht zum erneuten Gold, weil die Polin Anita Wlodarczyk mit 77,96 m Weltrekord warf. Für Heidler war Silber vor heimischer Kulisse dennoch ein Triumph – und in ihrer emotionalen Skala der größte Erfolg noch vor dem WM-Titel in Osaka und dem EM-Triumph 2010 in Barcelona. "Weil das am schwierigsten war. Bei einer Heim-WM, in der eigenen Stadt, steht man ganz anders im Fokus der Öffentlichkeit. Man freut sich drauf, ist aber eben auch sehr angespannt", konstatierte sie im vergangenen Jahr im Gespräch mit sportschau.de.
In der Tat haben der Erfolg von Berlin, aber auch die Höhen und Tiefen der Vergangenheit Spuren hinterlassen: Betty Heidler ist so konstant wie nie, präsentiert sich ausgeglichen, souverän, selbstsicher, glücklich und erfolgreich. Die 27-Jährige steht als Athletin, aber auch als Privatmensch mitten im Leben. "Der Faktor Erfahrung spielt bei mir die größte Rolle. Ich habe alles mitgenommen, was nur ging. Positives und Negatives. Dadurch bin ich ganz schön gereift", sagt sie deutsche Serienmeisterin, die heute Drucksituationen im Gegensatz zu früheren Jahren positiv umsetzt: "Mittlerweile ist es eher so, dass ich sie mag, weil sie mich motivieren und vorantreiben. Ich weiß, dass ich nicht aufhören darf zu kämpfen." Dass sie ihrem Ziel, der magischen 80-m-Marke, ganz nah ist, bewies die Europameisterin am 21. Mai dieses Jahres beim Meeting in Halle an der Saale: Da warf sie mit 79,42 m Weltrekord.
Bei der WM in Daegu knackte sie die magische Marke nicht. Ganz im Gegenteil: Im Finale kam die Topfavoritin auf Gold nur schlecht in den Wettkampf, zeigte Nerven und blieb hinter ihrer Top-From im Vorfeld der WM zurück. Am Ende musste sich Heidler hinter der Russin Tatjana Lysenko mit Silber begnügen. "Ich bin zu 99 Prozent enttäuscht. Bis ich mich über diese Medaille freuen kann, das wird dauern", sagte eine unglückliche Betty Heidler anschließend.
| Datum | Zeit | Runde |
|---|---|---|
| Mi, 28.07. | 10:10 Uhr | QualifikationA |
| Mi, 28.07. | 12:00 Uhr | QualifikationB |
| Fr, 30.07. | 20:20 Uhr | Finale |
Größte Erfolge:
Pers. Bestleistung:
79,42 m (2011/WR)
Olympische Spiele:
2008 9. Platz
2004 4. Platz
Weltmeisterschaften:
2011 Silber
2009 Silber
2007 Gold
Europameisterschaften:
2010 Gold
2006 5. Platz
Team-Europameisterschaften:
2011 Silber (Mannschaft), Gold (Einzel)
U23-Europameisterschaften:
2005 Silber
2003 4. Platz
Deutsche Meisterschaften:
2005 - 2011 Gold
Kurzbiografien aller deutschen und vieler internationaler EM-Starter.[mehr]
Die Hürdensprinterin schreibt für sportschau.de über "ihre" EM.[mehr]
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