
Disziplin:
Hammerwurf
Land: Polen
geb. am 08.08.1985 in Rawicz
Größe: 178 cm
Gewicht: 94 kg
Verein: MUKS Kadet Rawicz
Trainer: Krzystof Kaliszewski
Im Moment gibt es nur eine Frau auf der Welt, der die Ankündigung, noch in diesem Sommer den Hammer 80 m weit werfen zu wollen, nicht als Größenwahn ausgelegt wird: Anita Wlodarczyk. Die 24-Jährige ist seit 2009 das Maß aller Dinge im Hammerwurf. Beim EAA-Meeting am 6. Juni 2010 im polnischen Bydgoszcz verbesserte Wlodarczyk ihren eigenen Weltrekord nochmals um 34 Zentimeter auf nun 78,30 m. Jetzt fehlen dem 94 kg schweren Kraftpaket "nur" noch 170 cm bis zu der Erfüllung seines Traums. Damit der wahr werden kann, standen in der Saisonvorbereitung in Südafrika täglich 40 bis 50 Würfe und intensives Krafttraining auf dem Programm. Nur sonntags hatten Wlodarczyk und ihr Trainingspartner Szymon Ziolkowski, der Hammer-Olympiasieger von 2000, frei bekommen. Offenbar hat sich das harte Programm ihres Trainers Krzystof Kaliszewski, mit dem die Polin seit Mai 2009 zusammenarbeitet, ausgezahlt: Wlodarczyk hat in einem Interview stolz von ersten Würfen jenseits der magischen 80-m-Grenze berichtet, allerdings bisher nur mit einem drei kg schweren Hammer. Im Wettkampf müssen die Frauen aber vier kg schwere Hammer werfen.
Anscheinend hat sich Anita Wlodarczyk bestens von ihrer skurrilen Fußverletzung erholt. Bei ihrem Siegesjubel in Berlin – Wlodarczyk wirft bei der Leichtathletik-WM 2009 die Weltrekordweite von 77,96 m und gewinnt sensationell Gold vor Betty Heidler – knickt sie unglücklich um. Die bittere Folge: Das Ende der Saison, eine Operation und zwei Monate Trainingsrückstand in der Vorbereitung auf die EM in Barcelona. Und dennoch: Selbst ihr Trainer hält nach dem Weltrekordwurf von 78,30 m erstmals eine 80-m-Weite für realistisch: "Später in der Saison kann noch mehr passieren als nur dieser Weltrekord."
Dabei sah es lange gar nicht danach aus, dass Anita Wlodarczyk den Sprung in die Weltspitze überhaupt schaffen würde: Die in der westpolnischen Stadt Rawicz geborene Tochter eines Radsportlers und einer Leichtathletin war zunächst zweigleisig unterwegs, als Diskus- und Hammerwerferin. Erst als sich Wlodarczyk 2008 endgültig vom Diskus verabschiedet – ihre persönliche Bestleistung liegt bei 52,26 m – wird sie im Hammerwerfen schnell besser. Innerhalb von 14 Monaten, zwischen Juni 2008 und August 2009, verbessert die 178 cm große Athletin ihre persönliche Bestleistung im Hammerwurf von respektablen 72,80 m auf sensationelle 77,96 m. In Barcelona peilte Wlodarczyk den zweiten großen Titelgewinn in ihrer Karriere an. Allerdings: Eine Rückenverletzung verhinderte zuletzt ihren Start bei den nationalen Meisterschaften. "Anita wird nicht nach Barcelona fahren, wenn sie nicht in der Lage ist, um die Goldmedaille zu werfen", kündigte ihr Coach trotzig an. Die Polin trat an, war aber immer noch gehandicapt. Trotzdem warf sie den Hammer noch weit genug, um mit 73,56 m hinter Betty Heidler und Ex-Weltrekordlerin Tatjana Lysenko EM-Bronze zu gewinnen.
| Datum | Zeit | Runde |
|---|---|---|
| Mi, 28.07. | 10:10 Uhr | QualifikationA |
| Mi, 28.07. | 12:00 Uhr | QualifikationB |
| Fr, 30.07. | 20:20 Uhr | Finale |
Größte Erfolge:
Bestleistung:
78,30 m (2010, WR)
Olympische Spiele:
2008 Sechste
Weltmeisterschaften:
2009 Gold
Europameisterschaften:
2010 Bronze
Europacup:
Siegerin 2009
Winterwurf-Europacup:
Siegerin 2009, 2008
Weltfinale:
Dritte 2008
Kurzbiografien aller deutschen und vieler internationaler EM-Starter.[mehr]
Die Hürdensprinterin schreibt für sportschau.de über "ihre" EM.[mehr]
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DLF/ DKultur, DW