Kathrin Klaas im Porträt

Kathrin Klaas © imago/Sven Simon Fotograf: Sven Simon

Disziplin: Hammerwurf
Land: Deutschland

geb. am 06.02.1984 in Haiger/Hessen
Größe: 168 cm
Gewicht: 70 kg
Verein: LG Eintracht Frankfurt
Trainer: Michael Deyhle
Beruf: Polizistin

Kathrin Klaas kam mit sieben Jahren zur Leichtathletik. Sie versuchte sich zunächst im Mehrkampf, bis die Abstände zwischen den Hürden nach dem Übergang von den A-Schülerinnen zur Jugendklasse "zu lang wurden für meine kurzen Beine", so die 1,68 m große Athletin. "Ich kam nach dem Wechsel von 80 m Hürden auf 100 m Hürden einfach nicht mehr hin." Doch von der Grundschnelligkeit, die sie sich als Jugendliche aneignete, profitiert sie noch heute. Zum Hammerwurf kam die 27-Jährige durch Zufall. Weil eine Vereinskameradin in ihrem früheren Club nicht alleine werfen wollte, schloss sich Klaas ihr an. Da war sie elf Jahre alt. Bundestrainer Michael Deyhle sah das Talent und motivierte den Handball-Fan zum Weitermachen.

An Pfingsten 2005 übertraf Klaas als vierte deutsche Hammerwerferin erstmals die 70-m-Marke (70,01). Ein Jahr später feierte sie bei der EM in Göteborg einen großen Erfolg. Mit Platz 15 in Europa war sie angereist, heraus sprang Rang sechs (70,59). 2007 steigerte sie sich auf 73,45 m. Enttäuschend verlief allerdings im selben Jahr die WM-Teilnahme: In Osaka verpasste die Frankfurterin klar das Finale. Nach zwei Fehlversuchen in der Qualifikation reichten exakt 64 m nicht annähernd für einen Platz unter den besten Zwölf. Auch 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking war im Vorkampf mit 67,54 m Schluss.

2009 intensivierte Klaas das Techniktraining – das zahlte sich bei der Heim-WM in Berlin aus. Im Finale lag die 27-Jährige mit persönlicher Bestleistung von 74,23 m zwischenzeitlich sogar auf Bronze-Kurs, ehe die Slowakin Martina Hrasnova der am Ende viertplatzierten Deutschen das Edelmetall noch wegschnappte. Ärgerlich für Klaas, die mit ihrer Leistung aber dennoch den Sprung in die Weltspitze schaffte. Umso enttäuschender ihr Abschneiden bei der EM in Barcelona im vergangenen Jahr. Die angepeilte Medaille musste sie schon nach der Qualifikation abhaken: 65,82 m waren zu wenig für das Finale der besten Zwölf.

In Daegu wollte Klaas, deren großes Ziel olympisches Edelmetall ist, es nun besser machen. Ihre Form war gut: Im Mai warf sie in Ostrava mit 75,48 m persönliche Bestleistung, bei der DM in Kassel lieferte die erneut zweitplatzierte Frankfurterin ebenso wie Weltrekordlerin und Siegerin Betty Heidler WM-Normen in Serie ab. Doch wie ihre Teamkollegin konnte sie diese Form in Südkorea nicht ganz bestätigen. Mit einer Weite von 71,89 Meter belegte sie am Ende Rang sieben. Damit war Klaas nicht einverstanden: "Ich habe keinen einzigen Wurf richtig getroffen. Das Gefühl war nicht richtig da", sagte Klaas.

Und ebenso wie ihre Teamkollegin Heidler ist sie nicht zufrieden mit der Darstellung ihrer Disziplin im internationalen Wettkampfgeschehen. So protestierte die meinungsstarke WM-Vierte von Berlin in Kassel mit dem Schriftzug "Nicht gut genug für die Diamond League" auf ihrem Bauch gegen die Ausgrenzung der Hammerwerfer aus der IAAF-Premium-Serie. Bereits zuvor hatte sie den Weltverband auf ihrer Homepage massiv kritisiert. Geplant ist als nächstes ein offener Brief an die IAAF, um sich erneut über die Ausgrenzung zu beklagen. Ihre Disziplinkollegen weiß die Polizeikommissarin hinter sich. Auch Europameisterin Heidler will unterschreiben.

Terminplan
Frauen - Hammerwurf
Datum Zeit Runde
Mi, 28.07. 10:10 Uhr QualifikationA
Mi, 28.07. 12:00 Uhr QualifikationB
Fr, 30.07. 20:20 Uhr Finale
[Kompletter Zeitplan]

Größte Erfolge:
Pers. Bestleistung:
75,48 m (2011)

Weltmeisterschaften:
2011 7. Platz
2009 4. Platz

Europameisterschaften:
2006 6. Platz

U23-Europameisterschaften:
2005 4. Platz

U20-Europameisterschaften:
2003 8. Platz

Deutsche Meisterschaften:
2009 - 2011 Silber
2007 Silber
2005 Bronze

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