
Disziplin:
Diskuswurf
Land: Polen
geb. am 07.06.1983 in Zuromin
Größe: 192 cm
Gewicht: 135 kg
Verein: Slask Wroclaw
Trainer: Witold Suski
Fünf Versuche lang wähnte sich Piotr Malachowski schon als Weltmeister im Diskuswurf. Bei den Titelkämpfen 2009 im Berliner Olympiastadion hatte der Pole eine beeindruckende Serie vorgelegt und gleich im ersten Durchgang mit 68,77 Meter und ein zweites Mal im fünften Versuch mit 69,15 Meter seinen eigenen polnischen Rekord verbessert. Gegen den vom Publikum frenetisch angefeuerten Lokalmatadoren Robert Harting war auch das nicht genug. Harting rutschte im letzten Versuch die Sieg- und persönliche Bestweite von 69,43 Meter heraus und schnappte Malachowski das schon sicher geglaubte Gold noch weg. Doch auch mit Silber holte der in Warschau lebende Hobby-Trompeter das erste Edelmetall eines polnischen Diskuswerfers in der Geschichte der Leichtathletik-Weltmeisterschaften.
Offensichtlich hat der Diskus Malachowskis Leben verändert. Sah sich der ehemalige Feuerwehrmann in jungen Jahren noch vom kriminellen Untergrund in Polen beeinflusst, begann er unter den Fittichen des Slask Militärsportclubs in Wroclaw (Breslau) mit dem Leistungssport. Nach Silber bei den U23-Europameisterschaften 2005 in Erfurt - übrigens hinter einem gewissen Robert Harting - gelang dem Freund deftiger Schweinekoteletts mit seinem Sieg bei den europäischen Winterwurf-Meisterschaften im März 2006 mit 65,01 Meter der internationale Durchbruch. Konnte er bei der EM in Göteborg mit 64,57 Meter auf Rang sechs die gestiegenen Erwartungen noch halbwegs erfüllen, musste er als Europacup-Sieger von München 2007 und Militär-Weltmeister bei der WM in Osaka den feucht-heißen Witterungsbedingungen Tribut zollen. Mit seinem schlechtesten Saisonergebnis (60,77) kam er über Rang zwölf nicht hinaus.
Eine hartnäckige Verletzung in seiner rechten Wurfschulter hinderte den von seiner Schwester mit polnischer Küche verwöhnten Rekordhalter an einer regulären Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Rund ein halbes Jahr lang musste Malachowski auf hartes Krafttraining verzichten. Doch der vermeintliche Nachteil kehrte sich ins Gegenteil: Je weniger er trainierte, desto besser konnte er werfen. Bei den Spielen in Peking wusste der von Witold Suski betreute Diskus-Riese seine Möglichkeiten endlich auch im Wettkampf umzusetzen. Mit 67,82 Meter sicherte er sich die Silbermedaille - hinter dem Esten Gerd Kanter, aber vor Titelverteidiger Virgilijus Alekna aus Litauen.
Zur EM 2010 in Barcelona reiste Malachowski mit dem Rückenwind einer neuen persönlichen Bestleistung und polnischen Rekordes von 69,83 Meter an. Auch hier brachte er seine gute Form in den Endkampf und revanchierte sich bei Robert Harting für den verlorenen WM-Titel von 2009. Mit 68,87 Meter warf der Pole 40 Zentimeter weiter als sein deutscher Kontrahent und stand bei einem Großevent erstmals ganz oben auf dem Treppchen.
Als Vierter der Weltjahresbestenliste durfte sich der 28-Jährige auch für die Welttitelkämpfe in Daegu Edelmetallchancen ausrechnen. Dabei hoffte die polnische Leichtathletik-Nation auf die Goldmedaille ihres Ausnahme-Athleten. Hoffnungen, die der 1,92 m große Athlet jedoch nicht erfüllen konnte - seine Diskusscheibe landete bei nur 63,37 m. Weitere drei Versuche blieben ihm somit verwehrt und Malachowski hatte bei der Medaillenvergabe kein Wörtchen mitzureden. Am Ende wurde er nur enttäuschender Neunter.
| Datum | Zeit | Runde |
|---|---|---|
| Sa, 31.07. | 10:10 Uhr | QualifikationA |
| Sa, 31.07. | 11:40 Uhr | QualifikationB |
| So, 01.08. | 19:45 Uhr | Finale |
Größte Erfolge:
Pers. Bestleistung:
69,83 m (2010/NR)
Olympische Spiele:
2008 Silber
Weltmeisterschaften:
2011 9. Platz
2009 Silber
Europameisterschaften:
2010 Gold
2006 Sechster
Weltfinale:
2009 Dritter
2008 Zweiter
2007 Dritter
Europacup-Sieger 2007, Dritter 2008
Winterwurf-Europacup-Sieger 2006
Kurzbiografien aller deutschen und vieler internationaler EM-Starter.[mehr]
Die Hürdensprinterin schreibt für sportschau.de über "ihre" EM.[mehr]
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