
Disziplin:
10000 m
Land: Deutschland
geb. am 02.05.1977 in Nordhorn
Größe: 176 cm
Gewicht: 60 kg
Verein: TV Wattenscheid 01
Trainer: Tono Kirschbaum
Beruf: Diplom-Physiker
Jan Fitschen lief vor vier Jahren bei der EM in Göteborg ins Rampenlicht. Mit einem grandiosen Endspurt nach einem taktisch klugen Rennen setzte sich der Wattenscheider über 10.000 m in 28:10,94 Min. durch und holte sensationell Gold - "ein Sieg von historischer Bedeutung", betonte DLV-Präsident Clemens Prokop. "Das war ein perfektes Rennen, ich habe alles richtig gemacht", jubelte auch der Shooting-Star: "Das ist eine unglaubliche Sache." Sein Trainer Tono Kirschbaum hatte ebenfalls gebibbert, sich spätestens beim starken Finish seines Schützlings aber schon in Zuversicht geübt: "Ich wusste, hinten raus hat er diesen Kick. Wenn er Lunte riecht, ist er nicht mehr zu halten."
Doch dem großen Triumph folgte der sportliche Karriereknick. Im Winter 2007 hatte sich Fitschen auf sein Physikstudium konzentriert und "nicht so trainiert, wie ich es hätte machen müssen, um die nötigen Grundlagen zu legen". Der Saisoneinstieg ging daneben, der Europameister verordnete sich eine Wettkampfpause. "Die Brechstange bringt jetzt nichts", betonte er. Doch es lief weiter nicht rund. Zwar konnte sich der gebürtige Nordhorner im letzten Moment noch für Osaka qualifizieren, doch bei seiner ersten WM lief er dann am Finale vorbei. Und es sollte noch schlimmer kommen: Plantarsehnen-Beschwerden machten ein Fortsetzen der sportlichen Laufbahn bis auf Weiteres unmöglich.
Erst im Mai dieses Jahres gab der 33-Jährige nach fast zwei Jahren Zwangspause ein hoffnungsvolles Comeback. Beim Internationalen Pfingstsportfest in Rehlingen wurde er über 3.000 m in 8:08,13 Minuten zwar nur Zehnter, war mit dem Test aber sehr zufrieden. "Ich bin total happy, dass ich wieder laufen kann. Das ist ein wunderschöner Tag für mich", sagte der Überraschungs-Europameister von 2006. Kurz darauf erfüllte der Diplom-Physiker beim 10.000-m-Europacup in Marseille die EM-Norm und eröffnete sich damit die Chance auf eine Titelverteidigung in Barcelona. Der Wattenscheider wurde in 28:32,20 Min. Sechster und blieb damit klar unter dem Richtwert (28:45,00) des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). "Es fühlt sich fantastisch an. Ich bin einfach happy, dass es hingehauen hat. Ich habe einen ganz schönen Druck verspürt, denn nach der langen Verletzungspause war ich schon nervös", bekannte Fitschen, der im kommenden Frühjahr sein Marathon-Debüt geben möchte.
Bei der EM in Barcelona reichte es dann in 29:16,59 Minuten immerhin zu Platz zwölf im 26-köpfigen Starterfeld. Nach der langen Leidenszeit ein Erfolg für den sympathischen Fitschen, der im Ziel ausgepumpt zu Protokoll gab: "Am Start war es am schönsten, und schon zur Hälfte des Rennens tat es richtig weh."
| Datum | Zeit | Runde |
|---|---|---|
| Di, 27.07. | 21:05 Uhr | Endrunde |
Größte Erfolge:
Pers. Bestleistung:
13:14,85 Min. (5.000 m/2007)
28:02,55 Min. (10.000 m/2008)
Europameister 2006 (10.000 m)
Hallen-Europacup-Sieger 2006
Deutscher Meister 2006, 2005, 2002 und 2001
Deutscher Meister 2005 bis 2007 (10.000 m)
Deutscher Hallenmeister 2002 bis 2007
U23-EM-Fünfter 1999
Kurzbiografien aller deutschen und vieler internationaler EM-Starter.[mehr]
Die Hürdensprinterin schreibt für sportschau.de über "ihre" EM.[mehr]
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