
Disziplin:
Weitsprung
Land: Deutschland
geb. am 24.10.1984 in Speyer
Größe: 196 cm
Gewicht: 84 kg
Verein: ABC Ludwigshafen
Trainer: Ulrich Knapp
Beruf: Student (Sportwissenschaft und Gesundheitsmanagement)
Er sah das Ergebnis auf der Tafel, sank auf die Knie, reckte den Kopf in den spanischen Abendhimmel und schrie seine Freude durch das Olympiastadion von Barcelona: Christian Reif hatte mit 8,47 m sensationell EM-Gold gewonnen. Das war 2010, und es war ein starkes Jahr für Reif - sein stärkstes bislang. Als europäischer Jahresbester war er in die katalanische Metropole gereist, hatte zuvor mehrfach die 8,20-m-Marke geknackt. Im EM-Finale sprang der WM-Neunte von Osaka 2007 dann so weit wie nie zuvor und erfüllte sich einen Lebenstraum: "Eine internationale Medaille war immer mein großes Ziel."
Reif, der in Karlsruhe Sportwissenschaften sowie Gesundheits- und Fitnessmanagement studiert und gerade seinen Bachelor-Abschluss gemacht hat, hat sich im Laufe seiner Sportlerkarriere kontinuierlich entwickelt. Doch immer wieder durchkreuzten Verletzungen die Pläne des Talents. 2008 verpasste er Olympia, 2009 die Heim-WM in Berlin. Auch, weil er nach Verletzungen das ein oder andere Mal wieder zu schnell zu hart trainiert hatte. "Dieser Fehler passiert mir nicht mehr", sagte Reif dem Magazin "leichtathletik". Nach dem Anriss des Syndesmosebands ließ er deshalb die vergangene Hallen-Saison komplett aus.
Reifs Vorteile sind seine Sprint- und seine psychische Stärke. Er kann mit großem Druck umgehen, ist ein Spezialist für knappe Entscheidungen. 2007 war er in Osaka im Vorkampf schon fast draußen, qualifizierte sich aber im letzten Versuch noch für das Finale. Auch bei der EM 2010 in Barcelona war er schon beinahe frühzeitig gescheitert, bevor er einmal mehr im dritten Durchgang in den Endkampf einzog und dort den ganz großen Coup perfekt machte. "Jetzt weiß ich, dass ich auch unter Druck in der Lage bin, so eine Weite zu springen", bilanzierte er.
Auch nach Daegu hatte Reif sein Selbstbewusstsein mitgenommen. "Wenn ich das Brett treffe, dann kann ich um eine Medaille mitspringen", hatte er im Vorfeld verlauten lassen. Doch im Finale traf er das Brett nicht. Für eine Medaille hätte der Mann aus Ludwigshafen in die Nähe seiner Barcelona-Weite springen müssen, die 8,19 m in Daegu reichten nur zu einem respektablen siebten Platz.
| Datum | Zeit | Runde |
|---|---|---|
| Fr, 30.07. | 18:35 Uhr | QualifikationA |
| Fr, 30.07. | 18:35 Uhr | QualifikationB |
| So, 01.08. | 20:10 Uhr | Finale |
Größte Erfolge:
Pers. Bestleistung:
8,47 m (2010)
Weltmeisterschaften:
2011 7. Platz
2007 9. Platz
Hallen-Weltmeisterschaften:
2010 5. Platz
Europameisterschaften:
2010 Gold
Deutsche Meisterschaften:
2011 Silber
2010 Gold
2007 Gold
Deutsche Hallen-Meisterschaften:
2010 Gold
Deutsche Junioren-Meisterschaften:
2006 Gold
Kurzbiografien aller deutschen und vieler internationaler EM-Starter.[mehr]
Die Hürdensprinterin schreibt für sportschau.de über "ihre" EM.[mehr]
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DLF/ DKultur, DW