André Höhne

André Höhne © imago/Chai v.d. Laage Fotograf: Chai v.d. Laage

Disziplin: 50 km Gehen, 20 km Gehen
Land: Deutschland

geb. am 10.03.1978 in Berlin
Größe: 185 cm
Gewicht: 72 kg
Verein: SCC Berlin
Trainer: Peter Selzer
Beruf: Sportsoldat

André Höhne bezeichnet sich selbst als Perfektionist. "Ich will beim Wettkampf alles geben, wirklich alles. Bis nichts mehr geht", so der Berliner. Dabei konnte der 33-Jährige, der als Kind bei einer Sichtung in der Leichtathletik-Gruppe SG Prenzlauer Berg als künftiger Geher ausgemacht wurde, seiner Disziplin anfangs gar nicht viel abgewinnen. Er wollte lieber schwimmen oder Rad fahren. Doch fürs Schwimmen sei er zu klein, befanden die Verantwortlichen in der Fördermaschinerie der DDR, und der Radsport sei zu gefährlich, urteilten die Eltern. "Toll fand ich das Gehen anfangs nicht und so habe ich häufig das Training geschwänzt. Bis ich dennoch überraschend deutscher Meister wurde. Von da an habe ich ernsthaft trainiert", erzählt der Familienvater auf seiner Homepage.

Der Hobby-Snowboarder und -Go-Kart-Fahrer konzentrierte sich 2005 nach einer langwierigen Oberschenkelverletzung auf die 20 km und kam auf dieser Strecke bei der WM in Helsinki auf einen hervorragenden vierten Rang. Nur 16 Sekunden fehlten Höhne zum Edelmetall. Im Anschluss setzte er sich neue Ziele: "Ich will jetzt auch mal da oben auf dem Podest stehen."

Das gelang bislang auf internationaler Ebene nicht. Besonders tragisch verlief Höhnes WM-Start 2007. Im Nagai-Stadion von Osaka beendete er im Glauben, das Ziel erreicht zu haben, das Rennen 200 m zu früh und kollabierte anschließend beim Bad im Wassergraben. Vollkommen erschöpft musste er ins Krankenhaus gebracht werden. Ob – wie von ihm behauptet – von einem Kampfrichter falsch eingewiesen oder aus eigener Verwirrung: Der Berliner Geher, bis dahin auf Bronzekurs, war falsch abgebogen und musste einen Umweg von rund 100 m gehen. Nach Mutmaßung des damaligen DLV-Cheftrainers Jürgen Mallow erlitt Höhne einen psychischen Schock und brach zusammen.

"Manchmal hatte ich hinterher den Eindruck, es wurde darüber mehr berichtet, als wenn ich eine Medaille geholt hätte", so der Athlet, der die Scharte bei den Olympischen Spielen 2008 auswetzen wollte. Doch über 20 km reichte es im Glutofen von Peking nur zu einem enttäuschenden 25. Rang. Über 50 km wurde er schließlich guter Zwölfter. "Ich habe gezeigt, was ich drauf habe. Irgendwann werde ich belohnt", kündigte er im Anschluss an. Bei der Heim-WM in Berlin 2009 wurde der Lokalmatador über 20 km nur 14., über die 50 km bewies er aber seine Klasse: In persönlicher Bestleistung von 3:43:19 Stunden kam der Student des Bauingenieurwesens auf Rang fünf - das schönste Erlebnis seiner bisherigen Sportlerkarriere.

Bei der EM in Barcelona im vergangenen Jahr mutete Höhne seinem Körper auch wegen der zu erwartenden Hitze nur eine Strecke zu - die Langdistanz. Sein Ziel, eine Platzierung in den Top Ten, erreichte er: Nach einer Aufholjagd belegte er noch Rang sieben. Sein langfristiges Ziel weiterhin: "Ich will irgendwann eine Medaille in den Händen halten."

Größte Erfolge:
Bestleistung:
20 km Straße: 1:20:00 Std. (2005)
50 km Straße: 3:43:19 Std. (2009)

Olympische Spiele:
2008 12. Platz (50 km)
2004 8. Platz (20 km)

Weltmeisterschaften:
2009 5. Platz (50 km)
2005 4. Platz (20 km)

Europameisterschaften:
2010 7. Platz (50 km)
2002 11. Platz (20 km)

U20-Europameisterschaften:
1997 Silber (10.000 m Bahn)

Deutsche Meisterschaften:
2011 Gold (20 km)
2007 - 2010 Gold (20 km Straße und 10.000 m Bahn)
2006 Gold (20 km Straße, 10.000 m Bahn und 50 km Straße)
2005 Gold (20 km Straße)
2002 Gold (10.000 m Bahn)

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