
Disziplin:
Diskuswurf
Land: Estland
geb. am 06.05.1979 in Tallinn
Größe: 196 cm
Gewicht: 125 kg
Trainer: Vesteinn Hafsteinsson
Beruf: Graduierter Business Manager
Gerd Kanters Vorbild ist Wolfgang Schmidt - wegen seiner außergewöhnlichen Technik. Als der Deutsche 1976 in Montreal Olympiasilber für die DDR holte, war der Este noch nicht einmal auf der Welt. Mittlerweile steht der 1,96 Meter große und 125 Kilogramm schwere Diskus-Hüne selbst im Rampenlicht. Nach zweiten Plätzen bei der WM 2005 und der EM 2006 gelang dem heute 32-Jährigen bei der WM 2007 der erste große Sieg bei einer internationalen Meisterschaft - mit 68,94 m. Doch mit dem WM-Gold von Osaka war der Erfolgshunger Kanters längst nicht gestillt. Ein Jahr später wurde er in Peking Olympiasieger. Mit 68,82 Meter warf er im vierten Versuch genau einen Meter weiter als der zweitplatzierte Pole Piotr Malachowski.
Auch vor der WM 2009 in Berlin war Kanter das Maß aller Dinge. Sieben von zehn Top-Ten-Platzierungen in der Weltjahresbestenliste gingen auf sein Konto. So steigerte er in Kohila/Estland seine eigene Jahres-Weltbestmarke von 70,84 auf 71,64 Meter und blieb zum 19. Mal in Serie seit Juli 2008 ungeschlagen. Im WM-Finale lief es dann aber für Kanters Verhältnisse bescheiden. Mit 66,88 Meter schaffte er es lediglich auf den Bronzerang. Der lange führende Malachowski war im letzten Durchgang noch von Lokalmatador Robert Harting abgefangen worden. Bei den kontinentalen Titelkämpfen ein Jahr später in Barcelona verpasste Kanter überraschend die Medaillenränge. Für den Esten blieb mit 66,20 Meter nur der "undankbare" vierte Platz.
Erstmals aufgefallen war der talentierte Este bei der U23-EM 2001 in Amsterdam. Mit 57,73 Meter belegte er damals Rang fünf, war damit aber um über sechs Meter entfernt vom Sieger Zoltan Kövago aus Ungarn. 2002 feierte Kanter sein Debüt bei den "Großen". Seine EM-Premiere in München nutzte er zur Qualifikation für das Finale, hatte dort allerdings als Zwölfter mit der Medaillenvergabe nichts zu tun. 2003 steigerte er zwar seine persönliche Bestleistung auf 67,13 Meter, doch bei seinem ersten WM-Auftritt erlebte er eine böse Überraschung. Sang- und klanglos schied er als 25. in der Qualifikation aus. Auch 2004 spielten die Nerven Kanter beim Saisonhöhepunkt einen Streich. Bei den Olympischen Spielen in Athen musste er als 19. der Qualifikation vorzeitig die Sachen packen. Ein Jahr später schaffte es Kanter bei der WM in Helsinki aufs Treppchen - mit 68,57 Meter hinter dem Litauer Virgilijus Alekna (70,17).
Wenige Tage nach seinem zweiten Platz bei der EM 2006 in Göteborg setzte der Este dann zum großen Wurf an. In der schwedischen Hafenstadt Helsingborg erzielte er 73,38 Meter und stieß damit auf Platz drei der ewigen Weltbestenliste hinter Weltrekordler Jürgen Schult (Schwerin/74,08) und Ex-Weltmeister Alekna (73,88) vor. Ein Grund für den Erfolg ist laut Kanter sein Betreuerteam. Neben Trainer Vesteinn Hafsteinsson kümmern sich auch der Manager Paul Rebane, der Biomechaniker Aadu Krevald, der Mediziner Dr. Ants Kass und der Ernährungswissenschaftler Mikhel Zilmer um die Belange des Olympiasiegers.
Anders als in den sechs Jahren zuvor konnte Kanter im Jahr 2011 nicht mit einem 70-Meter-Wurf aufwarten. Mit 67,49 Meter lag der Este vor der WM nur an achter Stelle der Weltjahresbestenliste. Dass der amtierende Olympiasieger und Weltmeister von 2007 eine Weite für die Medaillenränge dennoch drin haben würde, bezweifelte allerdings niemand.
Und Kanter bestätigte bei der WM die Expertenprognosen. Im Gegensatz zu den ebenfalls favorisierten Alekna und Malachowski konnte der Este seine Leistung abrufen und seine Diskusscheibe auf 66,95 m schleudern. Diese Weite reichte für seine zweite WM-Silbermedaille nach 2005. Nur Titelverteidiger Robert Harting warf weiter als Kanter.
Größte Erfolge:
Pers. Bestleistung:
73,38 m (2006)
Olympische Spiele:
2008 Gold
Weltmeisterschaften:
2011 Silber
2009 Bronze
2007 Gold
2005 Silber
Europameisterschaften:
2010 4. Platz
2006 Silber
Weltfinale:
2008 Sieger
2007 Sieger
2006 Zweiter
2005 Zweiter
Studenten-Weltmeisterschaften:
2005 Gold
Kurzbiografien aller deutschen und vieler internationaler WM-Starter.[mehr]
Mit Sabrina Mockenhaupt, Sebastian Bayer, Carolin Nytra und Frank Busemann.[mehr]
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