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Doping

Dopingskandal durch Jamaikas Tempojäger

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Ausgerechnet die Tempojäger aus Jamaika sorgten vor den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin für einen Dopingskandal: Yohan Blake, Lansford Spence, Marvin Anderson und Allodin Fothergill wurden bei den nationalen Meisterschaften Ende Juni 2009 in Kingston positiv auf das Stimulanzmittel 4-Methyl-2-Hexanamin getestet. Auch bei der Staffel-Vizeweltmeisterin von 2007, Sheri-Ann Brooks, fanden die Kontrolleure die leistungssteigernde Substanz. Die jamaikanische Sprinterin wurde allerdings wegen eines Formfehlers bei der Öffnung der B-Probe freigesprochen. Der jamaikanische Verband meldete Brooks und ihre vier Teamkollegen vorsorglich nicht für die Staffelwettbewerbe in Berlin.

Geständnis: Drei Monate Sperre

In erster Instanz wurden die vier Sprinter für unschuldig befunden. Gegen das Urteil des eigenen Schiedsgerichts ging die Jamaikanische Anti-Doping-Kommission (JADCO) in Berufung. Bei der Anhörung vor der Kommission gestanden Blake, Spence, Anderson und Fothergill, gedopt zu haben. Das Quartett hätte mit einer Sperre von bis zu zwei Jahren rechnen müssen. Letztlich durften die positiven Jamaika-Sprinter drei Monate nicht auf die Laufbahn. Pikant: Mit Blake und Anderson wurden zwei Vereinskollegen von Usain Bolt erwischt. Alle drei trainieren im Racers Track Club in Jamaika. Der Dreifach-Olympiasieger von Peking stellte in Berlin über 100 m (9,58 sec.) sowie 200 m (19,19 sec.) Fabelweltrekorde auf und holte mit der 4x100-m-Sprintstaffel ebenfalls Gold. Zudem gingen 2009 vier weitere WM-Titel an Sprinter aus dem Karibikstaat.

Paukenschlag vor Daegu: Mullings positiv getestet

Nur wenige Wochen vor den Titelkämpfen in Daegu wurde bekannt, dass ein weiterer Spitzensprinter aus Jamaika positiv auf eine maskierende Substanz Furosemid getestet worden ist: Der Staffelweltmeister von Berlin, Steve Mullings, galt für Südkorea als eine der großen Hoffnungen der Jamaikaner über 100 m. Weil der 28-Jährige bereits 2004 eine Zwei-Jahres-Sperre wegen Dopings mit Methyltestosteron abgesessen hatte, droht dem Trainingspartner von Tyson Gay (USA) nun eine lebenslängliche Sperre. Die JADCO wurde bei den nationalen Meisterschaften fündig, A- und B-Probe waren positiv. Der jamaikanische Verband nominierte Mullings nicht für die WM.

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